Verein(t) für gute Schule

Schule (ge)schafft

Preisträger im Wettbewerb "Verein(t) für gute Schule"

Die jugendlichen Förderschüler der Freiburger Mooswaldschule
schnuppern regelmäßig zusammen mit ihren Lehrern in
verschiedene Berufe hinein und erhalten ein realistisches Bild von
den Anforderungen der Arbeitswelt.


Die Begründung der Jury:
Gerade für Förderschüler ist der erfolgreiche Übergang von Schule zu Beruf schwierig. Dank des hohen Engagements von Schule, Förderverein und außerschulischen Partnern hilft das Projekt, schwer integrierbare Jugendliche erfolgreich von der Schule in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Das Projekt ist vorbildlich im Schulgeschehen verankert und baut ebenso Vorurteile gegenüber Förderschülern in Unternehmen ab.
 

Foto: Förderkreis der Mooswaldschule e.V.

Bei dem Projekt "Schule (ge)schafft" handelt es sich um eine spezielle Berufsvorbereitung für Schüler der Klassen 6 bis 9. Es zielt darauf ab, den Jugendlichen einen besseren Übergang zwischen Schule und Beruf zu ermöglichen. Insbesondere für Schüler einer Sonderschule ist dies mitunter ein schwieriger Schritt. Durch das Projekt wird ihnen ein realistisches Berufsbild vermittelt und sie lernen die Ansprüche einer Berufsausbildung kennen. Auch die Lehrer können wertvolle Erfahrungen machen, indem sie mit der Arbeitswelt konfrontiert werden, auf die sie die Schüler vorbereiten sollen.

Ein Schuljahr lang gehen die Schüler der Mooswaldschule einmal wöchentlich nicht in das gewohnte Klassenzimmer, sondern ein Lehrer begleitet sie in die Gewerbeakademie, wo sie in einem ausgewählten Bereich arbeiten. Der Lehrer nimmt vorab Kontakt zu den Handwerksmeistern auf, um die Schüler darauf vorzubereiten, sie beispielsweise in das Messen, Planen und Zeichnen einzuführen. Nach jeder Einheit erfolgt im Beisein aller Beteiligten eine Auswertung der vom Schüler erbrachten Leistungen. So entsteht eine sinnvolle Verknüpfung von schulischem Lernen und praktischem Tun. Am Ende des Schuljahres erhalten die Schüler ein Zertifikat von der Handwerkskammer, das sie einer Bewerbung beilegen können.

Die Lehrer der Mooswaldschule haben festgestellt, dass die Schüler, die am Projekt Berufsvorbereitung teilgenommen haben, eine gute Einstellung zum Lernen entwickeln. Die Arbeitstugenden, die ihnen in den Werkstätten von den Handwerksmeistern vermittelt werden, zeigen sich auf einmal auch in der Schule, wie zum Beispiel Pünktlichkeit und Leistungsbereitschaft. Die Jugendlichen wissen nach kurzer Zeit konkreter, in welchem Bereich sie arbeiten wollen, und können sich somit gezielter für eine Berufsausbildung bewerben. Die Schule öffnet sich nach außen – das Handwerk öffnet sich für die Schule und "besondere" Schüler.

Foto: Förderkreis der Mooswaldschule e.V.


Die Mooswaldschule ist eine staatliche Sonderschule für Erziehungshilfe, die über zwei Standorte verfügt. Die Schüler werden hier von der ersten bis zur neunten Klasse unterrichtet und haben die Möglichkeit, an eine allgemeinbildende Schule zurückzukehren oder an der Mooswaldschule ihren Hauptschulabschluss zu erwerben. Der Schwerpunkt liegt auf der Erziehung und Stabilisierung der Kinder und Jugendlichen.

Der Förderkreis wurde im Jahr 2009 neu gegründet. Er dient gemeinnützigen Zwecken im Bereich der Erziehung und der Volks- und Berufsbildung sowie der Studentenhilfe und umfasst 25 bis 30 Mitglieder. Fast alle Lehrer der Schule engagieren sich hier, und darüber hinaus gibt es einige externe Helfer. Finanziell abgesichert wird die Arbeit des Förderkreises durch Spenden aus Freiburger Stiftungen.

Foto: Förderkreis der Mooswaldschule e.V.

Fotos: Förderkreis der Mooswaldschule e.V.