Lernpatenprojekt Peers

Thema: Patenschaften

Lernpatenprojekt Peers
Freunde und Förderer der Claude-Dornier-Schule e.V.
Claude-Dornier-Schule Friendrichshafen
Baden-Württemberg

Zur Website

Fotos: Claude-Dornier-Schule

Gymnasiasten an einer Berufsschule in Friedrichshafen gründen Lernpatenprojekt

Einige Gymnasiasten des Technischen Gymnasiums setzten sich zum Ziel, die Schüler der Flüchtlingsklassen an der Berufsschule näher kennenzulernen und mit ihnen Deutsch zu lernen. Daher gründeten sie zu Beginn des Schuljahres 2015/16 das Lernpatenprojekt "Peers". Die Jugendlichen möchten mit diesem Projektnamen ausdrücken, dass sie Kontakte und Beziehungen zu ihren Mitschülerinnen und -schülern aufbauen und sich gegenseitig unterstützen – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache oder Glaube. Sie vertreten damit eine Kultur der Gemeinschaftlichkeit und des Willkommenheißens.

Nach Absprache mit den Lehrkräften sowie der Schulleitung haben die Gymnasiasten Werbung für ihre Projektidee gemacht; schnell konnten sie weitere Mitstreiter und Mentoren gewinnen. Material, Bücher und Arbeitsblätter steuerte die Schule bei. Zum ersten Kennenlernen trafen sich im November 2015 zunächst sechs Lernpaten (inzwischen sind es 15) mit ungefähr 20 Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund – aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, dem Irak, Nigeria, Gambia, Albanien und Spanien. In Kleingruppen wird neben Deutsch ebenso Nachhilfe in anderen Grundlagenfächern erteilt. Es wird aber auch gemeinsam gelacht und gespielt oder Musik gehört. Darüber hinaus organisieren die Peers Aktionen und Ausflüge.

Die Nachhilfe hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die "Neuen" ihre Deutschkenntnisse verbessert haben. Außerdem haben sie im Peer einen Ansprechpartner, der ihnen hilft, sich in der Schule, in der Stadt und auch in der Gesellschaft zurechtzufinden. Andererseits profitieren auch die Peers von den Erfahrungen und vom Wissen ihrer Nachhilfeschülerinnen und -schüler, wie beispielsweise bei Spanisch-Aufgaben. Alle Beteiligten haben sich im Laufe der Zeit besser kennengelernt; es sind persönliche Beziehungen entstanden. Die Jugendlichen konnten viel über andere Kulturen, über ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede erfahren und eventuelle Berührungsängste abbauen.

Die Claude-Dornier-Schule ist eine Gewerbliche Schule für etwa 2000 Jugendliche. Sie umfasst die Berufsschule mit 1350 Auszubildenden in 35 Berufen. Der Rest besucht das Technische Gymnasium, die Technikerschule oder die Vorqualifizierungsklassen vor dem Beruf. Die Schule liegt im Osten von Friedrichshafen, einer Industriestadt mit 60.000 Einwohnern am Bodensee. Einzugsgebiet ist der Bodenseekreis, manche Berufsschüler kommen aber auch aus dem Nordschwarzwald oder aus dem gesamten Regierungspräsidium Tübingen. Schwerpunkte sind die Metallverarbeitung, alle Berufe der Hotellerie und Gastronomie in Südwürttemberg-Hohenzollern sowie Kooperationen mit Sonderschulen für Menschen mit Lernbehinderung oder geistiger Behinderung. Gegenwärtig existieren hier fünf Flüchtlingsklassen zur Vorbereitung Arbeit-Beruf ohne ausreichende Deutschkenntnisse.

Der Verein der Freunde und Förderer der Claude-Dornier-Schule e.V. wurde im Oktober 1987 mit dem Zweck gegründet, die sozialen und kulturellen Belange im Umfeld der Schule zu fördern, sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler zu unterstützen und das Zusammenleben aller am Schulleben Beteiligten zu pflegen. Der Verein hat 174 Mitglieder, davon 29 Betriebe, 96 Privatpersonen und 49 Lehrkräfte. Er finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Kurseinnahmen. Der Förderverein unterstützt die das Projekt begleitende Schulsozialarbeiterin durch Sachmittel und dient als Treuhänder gegenüber den Sponsoren.