Louise Schroeder Schule und Die Schlumper

Thema: Gemeinsames Schaffen

Louise Schroeder Schule und Die Schlumper
Freunde der Schlumper e.V.
Louise Schroeder Schule
Hamburg

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Fotos: Die Schlumper

Künstlerische Arbeit in einem Hamburger Atelier fördert benachteiligte Kinder

Zielgruppe des Projektes sind die ca. 500 Schülerinnen und Schüler der Louise-Schroeder-Schule. Sie kommen an vier Tagen der Woche während ihrer Unterrichtszeiten in das Schlumper-Atelier.

Alle Kinder der Louise-Schroeder-Schule sollen in zwei Schulhalbjahren an der Kooperation teilhaben. In regelmäßig wechselnden Gruppen von etwa 10 Kindern werden die Schülerinnen und Schüler für festgelegte Zeiten aus dem Unterricht geholt. Im Atelier können sie frei über das Materialangebot verfügen und haben die tatkräftige Hilfe der erfahrenen Künstler. Anregungen für ihre eigenen Vorhaben erhalten sie oft durch die künstlerische Betätigung der Schlumper, die sie unmittelbar miterleben können. Ihre Arbeiten werden in gewissen Abständen ausgestellt.

Die Schlumper wollen besonders den Kindern, die aufgrund oft schwieriger Existenzbedingungen immer wieder Benachteiligungen erleben müssen, soziale Kompetenzen und individuelle Werte vermitteln. In der Kommunikation miteinander können sie lernen, versteckte Gedanken und Probleme zum Ausdruck zu bringen und außergewöhnliche Ideen umzusetzen, ohne dabei mit schulischen Maßstäben gemessen zu werden.

Die Kooperation mit den Künstlern war 1995 der Beginn des heute weitgefächerten kulturellen Angebotes der Schule im unterrichtsübergreifenden Bereich. Mit der Entfaltung kreativer Potenziale werden die Kinder in benachteiligten Situationen bei der Entwicklung grundlegender Kompetenzen gefördert. Ihre individuellen Fähigkeiten werden gestärkt, was sich auch im schulischen Alltag und in ihrem Lernverhalten widerspiegelt. Kinder unterschiedlicher Altersstufen, die sich aufgrund ihrer ethnischen und sozialen Hintergründe zunächst fremd waren, erhalten im Atelier die Möglichkeit, sich einander auf spielerische Weise zu nähern und sie werden für die Werte und Gebräuche verschiedener Kulturen sensibilisiert. Gleichzeitig erleben sie Menschen mit Handicap in einer Vorbildfunktion und erfahren den Aspekt der Behinderung als Bestandteil der "Normalität".

Die "Schule der Schlumper" ist eine Nebenstelle des Ateliers der Schlumper. Hier findet an vier Tagen in der Woche ganzjährig und dauerhaft die gemeinschaftliche, freie gestalterische Tätigkeit von Künstlern der Gemeinschaft „Die Schlumper“ mit den Schülerinnen und Schülern der gegenüberliegenden Louise-Schroeder-Schule statt, einer integrativen Ganztagsgrundschule mit Integrations- und Vorschulklassen in Altona-Altstadt. Eine Vielzahl dieser Kinder lebt unter benachteiligten Bedingungen oder in schwierigen familiären Situationen. Altona-Altstadt ist ein multikultureller Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf. Einer der schulischen Schwerpunkte liegt im Bereich der kulturellen Bildung, was die Anerkennung als "Kulturpilotschule" für künstlerisches Gestalten, Literatur, darstellende Künste und Musik beweist.

Der Förderverein "Freunde der Schlumper" wurde 1985 gegründet und dient der Förderung kreativer/gestalterischer Tätigkeiten von Menschen mit Behinderung. Des Weiteren werden im Rahmen von Erziehung und Bildung Kinder und Jugendliche unterstützt, die in benachteiligten Situationen leben. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, Spenden und verschiedene Fördermittel sowie durch den Verkauf von künstlerischen Erzeugnissen der Ateliergemeinschaft „Die Schlumper“. Nach dem Ende der öffentlichen Förderung hat der Verein die Weiterführung und Finanzierung der Kooperation zwischen der Louise-Schroeder-Schule und dem Atelier übernommen. So bleibt das Angebot für alle Kinder kostenlos.