Tiergestützte Pädagogik – Schulhund Emma

Thema: Schulleben gestalten

Tiergestützte Pädagogik – Schulhund Emma
Schulverein der Leibniz-Realschule Wolfenbüttel e.V.
Leibniz-Realschule Wolfenbüttel
Niedersachsen

Zur Website

Foto: Thorsten Raedlein

Tiergestützte Pädagogik hilft auch geflüchteten Kindern

Bereits seit gut einem Jahr läuft das Projekt "Tiergestützte Pädagogik" an der Leibniz-Realschule in Wolfenbüttel. Zwei bis drei Stunden am Tag können die Schülerinnen und Schüler mit dem Schulhund Emma am eigenen Leib erfahren, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Ziel ist es, zu ihrer Persönlichkeitsbildung beizutragen. So soll ihre Empathie-Fähigkeit gefördert und insbesondere die Eigen- und Fremdwahrnehmung sensibilisiert werden. Es wird versucht, Randgruppen – momentan die Flüchtlingskinder – in das Projekt zu integrieren. Da Tiere für den Menschen Bindungsobjekte darstellen, können positive Erfahrungen mit dem Hund auf soziale Beziehungen zu Menschen übertragen werden.

Jegliche Interaktion mit Emma und Schülern oder Klassen erfolgt ausschließlich im Team mit Frau Fabian zusammen. Im Klassenraum erfahren die Kinder viel über sich und den Hund. Dieser ist neugierig und geht offen auf alle Menschen zu. Der Schulhund-Unterricht verläuft nach Ritualen. Gezielte Interaktionseinheiten mit Emma beschränken sich auf maximal zehn Minuten, da diese das Tier stark belasten. So lernen die Kinder auch Tierschutzaspekte kennen. Bereits instruierte Schülerinnen und Schüler geben ihre Erfahrung weiter und berichten darüber, was im Umgang mit dem Tier zu beachten ist. Am Nachmittag trifft sich die Arbeitsgemeinschaft Schulhund, um weiter mit ihm zu trainieren.

Der Schulhund hilft, im Klassenraum eine entspannte Lernatmosphäre zu schaffen und trägt dazu bei, die Konzentration der Kinder zu erhöhen. Außerdem ist das Lernen im Unterricht deutlich ruhiger geworden. Allgemein ist zu verzeichnen, dass die Rücksicht zugenommen hat. Eltern berichten, dass ihre Kinder offener gegenüber Gesprächen geworden sind. Insbesondere Flüchtlingskinder erfahren mitunter zum ersten Mal in ihrem Leben eine positive Beziehung zu einem Tier. Da in Deutschland Hunde zur Gesellschaft gehören, werden gerade diesen Kindern einige Ängste genommen. Mithilfe von Emma gelingt es, sie gut in die Schulgemeinschaft zu integrieren.

Die Leibniz-Realschule ist die einzig verbliebene Realschule in Wolfenbüttel, im Osten der Stadt gelegen. Hier lernen ungefähr 415 Schülerinnen und Schüler aus dem Stadtgebiet sowie aus dem Landkreis. Seit 2003 ist sie Umweltschule in Europa, denn sie setzt sich für einen nachhaltigen Umweltschutz ein und betreibt einen Schulwald. Als Integrationsschule ist sie bestrebt, auch die geflüchteten Kinder und Jugendlichen in die Schulgemeinschaft aufzunehmen. In den Jahrgängen 9 und 10 können die Jugendlichen aus vier Bereichen ein vierstündiges Profil wählen. In diesem Profilunterricht gibt es zwei Schülerfirmen: Leibniz-Eck und Schreibniz.

Der Schulverein der Leibniz-Realschule Wolfenbüttel wurde im Dezember 2014 mit dem Ziel gegründet, den Lebensraum Schule schön zu gestalten und allen ein erfolgreiches Lernen zu ermöglichen. Er hat zurzeit etwa 40 Mitglieder, ungefähr ein Fünftel davon sind Lehrkräfte. Der Verein stellt der Schule Geld und Sachmittel für schulische Zwecke zur Verfügung. Beispielsweise hat sich der Schulverein bereiterklärt, die Kosten für die Ausbildung von Emma als Schulhund anteilig zu übernehmen. Somit wird eine Förderung von Erziehung und Bildung in Zusammenarbeit mit Eltern, dem Lehrkörper sowie den Schülerinnen und Schülern möglich.