KAGERA – Kampf gegen Rassismus-AG

Thema: Willkommens-AG

KAGERA – Kampf gegen Rassismus-AG
Förderverein der Freunde der Fichtenberg Oberschule e.V.
Fichtenberg Oberschule
Berlin

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Fotos: Wischnath/Mario Tobias

Jugendliche der Berliner Fichtenberg-Oberschule engagieren sich im Kampf gegen Rassismus

Das Projekt "Kampf gegen Rassismus-AG" (KAGERA) steht in der langen Tradition der Fichtenberg-Oberschule und ihrer Schülerschaft, sich für die Inklusion benachteiligter Menschen einzusetzen. Es hat zwei gleichermaßen wichtige Ziele: Nach innen lernen die beteiligten Jugendlichen, sich politisch zu engagieren und eigene Ideen umzusetzen. Dadurch können sie viele Softskills erwerben. Nach außen möchte die Gruppe die breite Schülerschaft gegen rassistische Stereotypen und Diskriminierung sensibilisieren. Dies trägt zur Verbesserung des Schulklimas bei und schärft das Schulprofil – weltoffen, miteinander und füreinander.

Wöchentlich treffen sich etwa 20 Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 19 Jahren und diskutieren die Umsetzung ihrer Ideen. Sie selbst haben die Ziele der Arbeitsgemeinschaft definiert, ihre Aktivitäten werden von den Lehrkräften und vom Förderverein lediglich unterstützt. Gegenwärtig ist die Inklusion der "Neuen" in den Willkommensklassen die zentrale Herausforderung. Zu diesem Zweck wurde ein Patensystem eingerichtet. Rund 30 Paten kümmern sich um die Neuankömmlinge aus Syrien, Benin, dem Irak oder Afghanistan – in den Pausen, im Unterricht und auch in der Freizeit. Auf der persönlichen Ebene zwischen Gleichaltrigen finden sich oft Lösungen für Probleme des Alltags.

Mit diesem Projekt wird nicht nur ein deutliches Zeichen für eine Willkommenskultur gesetzt, sondern diese Vielfalt wird auch im Schulalltag gelebt. Den "Fremden" wird der Zugang zu ihrer neuen Heimat und das Ankommen in einer Berliner Schule erleichtert. Das Engagement der aktiven Schülerinnen und Schüler reißt andere mit und verändert. Andererseits erfahren die Jugendlichen, dass die Umsetzung von couragierten Ideen und "Wünschen an die Politik" in der Praxis nicht einfach ist. Sie lernen, mit Rückschlägen und Frustrationen umzugehen, ihre Meinung gegenüber Andersdenkenden zu vertreten und schwierige Auseinandersetzungen zu führen.

Die Berliner Fichtenberg-Oberschule gehört zu den ältesten Gymnasien der Region Steglitz-Zehlendorf und blickt auf eine mehr als 100-jährige Tradition zurück. Seit 1979 hat sie sich die Aufgabe gestellt, auch blinde und sehbehinderte Jugendliche zum Abitur zu führen – ziel- und zeitgleich mit den anderen Schülerinnen und Schülern (insgesamt etwa 750). Eingebettet in das Wohnviertel am Fichtenberg liegt die Schule innenstadtnah und doch im Grünen. Sie ist geprägt durch eine hohe Sozialkompetenz und Inklusion sowie durch ihre kontinuierliche inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung. Das Schulklima ist positiv und der Umgang der Jugendlichen miteinander ist durch Wertschätzung gekennzeichnet. So konnte das Gymnasium das Prädikat "Schule ohne Rassismus" erlangen.

Der Förderverein der Freunde der Fichtenberg-Oberschule e.V. hat etwa 200 Mitglieder, die die Schule in all ihren Belangen ideell und finanziell unterstützen wollen. In Zeiten knapper Mittel sollen der Alltag und die Lernbedingungen am Gymnasium verbessert und lebendiger gestaltet werden. Ziel ist es, den Teamgeist und das Verantwortungsbewusstsein aller zu fördern – durch die tatkräftige und finanzielle Unterstützung von schulischen Veranstaltungen, Fahrten, kulturellen oder sportlichen Aktivitäten und Festen. Der Förderverein finanzierte Schulmaterialien und Sportkleidung für die Jugendlichen in den Willkommensklassen und begleitete den Projekttag "Wir schaffen das – aber wie? Die Flüchtlingskrise in Europa".