Die Suche nach dem Glück

Thema: Willkommens-AG

Die Suche nach dem Glück
Förderverein der Grundschule Bestensee e.V.
Grundschule Bestensee
Brandenburg

Website der Schule

Fotos: Grundschule Bestensee

Grundschule will ein Zeichen setzen für die Zusammenarbeit mit Asylbewerbern

Die Gemeinde Bestensee befindet sich im Spannungsfeld von Ablehnung und Zustimmung gegenüber dem im Juni 2014 eröffneten Übergangsheim. Daher will die örtliche Grundschule ein Beispiel für die Zusammenarbeit mit dem Asylbewerberheim geben. Interessierten Flüchtlingen soll ermöglicht werden, sich in der Schule zu engagieren und ihre Fähigkeiten in Arbeitsgemeinschaften einzubringen. Gleichzeitig sollen damit Vorurteile und Ängste gegenüber Flüchtlingen und dem Unbekannten abgebaut werden. Ziel ist es, ein Forum zu schaffen, das positive Denkanstöße für die Anwohner im Ort aussendet. Um den Ausdruck "Flüchtling" zu vermeiden, werden die Neuankömmlinge Pätzer genannt (nach dem Ortsteil Pätz).

Das Projekt startete mit der Erstellung eines Glücksfinder-Fragebogens: Gemeinsam sollten die einheimischen Kinder und die Flüchtlinge herausfinden, welche Aktivitäten glücklich machen. Dank der Moderation durch zwei theaterpädagogische Fachkräfte konnten Berührungsängste spielerisch abgebaut werden. Sodann wurden Arbeitsgruppen geschaffen, in denen Flüchtlinge gemeinsam mit Lehrkräften Aktivitäten für die Kinder anbieten. So entstanden beispielsweise ein Tanz- und ein Kochkurs, eine Modellbau-AG, ein Schreib-Workshop "Mein Glücksbuch". Alle sechs Wochen gibt es ein Austauschtreffen der Projektbeteiligten, in welchem Schwierigkeiten evaluiert und neue Projekte geplant werden.

Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule nehmen sehr gern und zahlreich an den Angeboten teil. Auch die Eltern reagieren positiv und schätzen das Projekt. Indem sich die Lehrkräfte, Kinder und Flüchtlinge gemeinsam auf die "Suche nach dem Glück" begeben, verschwimmen die Grenzen zwischen Eigenem und Fremdem; Vielfalt wird erfahrbar und bietet die Chance, als etwas Bereicherndes erlebt zu werden. Der Umgang mit Menschen anderer Hautfarbe und anderen Aussehens ist mittlerweile zur Normalität geworden. In den Workshops bringen sich alle unabhängig von ihrer Herkunft aktiv ein, alle Seiten lernen voneinander.

Die Grundschule Bestensee liegt im gleichnamigen Ort, einer kleinen Gemeinde im Land Brandenburg, etwa 40 km von Berlin entfernt. Seit September 2014 besuchen auch Kinder aus dem Übergangsheim Bestensee-Pätz diese Schule, dessen Leitbild unter dem Motto steht: Kinder sind keine Fässer, die man füllt, sondern Feuer, die entfacht werden wollen. Ziel ist es, die Kinder individuell in ihren Interessen und Fähigkeiten zu fördern und den Lernort nach dem Grundsatz zu gestalten: Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere. Lass es mich tun und ich verstehe. Kooperation und Partizipation sind dabei wichtige Werte. Die Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften, Schulträger und Kooperationspartnern ist fest in den Leitsätzen der Schule verankert.

Der Förderverein der Grundschule Bestensee e.V.
wurde 2005 von engagierten Eltern und der Schulleitung gegründet. Er soll zur Belebung des schulischen Alltags beitragen, die inhaltliche Arbeit der Grundschule unterstützen, die Rahmenbedingungen fördern und den Lernort bereichern. Dies beinhaltet unter anderem die Mitwirkung bei Schulveranstaltungen und die Unterstützung von Schulfahrten sowie Schul- und Klassenprojekten. So werden beispielsweise spezielle Schul-T-Shirts, das Schullogo und Lesebücher gesponsort. An der Grundschule Bestensee soll ein ansprechendes, kindgerechtes Lernumfeld geschaffen werden. Die Förderung von Vielfalt, Inklusion, Partizipation und Kooperation werden großgeschrieben.