Jugendpatenprojekt

Thema: Patenschaften

Jugendpatenprojekt
Gemeinschaftsschule für (H)alle e.V.
Saaleschule für (H)alle
Sachsen-Anhalt

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Fotos: Elena Hukic

Jugendpaten in Halle bieten Geflüchteten die Freundschaft an

Das in Halle gestartete Jugendpatenprojekt entstand mit der Idee, Kinder und Jugendliche, deren Wurzeln in unterschiedlichen Nationen liegen, zusammenzubringen, damit sie Freundschaften knüpfen. Um Interessenten dafür zu finden, wurde es an der Saaleschule und an der Sekundarschule Kastanienallee ausgeschrieben. Die Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 19 Jahren sollen Gemeinsamkeiten mit den Gleichaltrigen entdecken, die nicht von der Herkunft und von kulturellen Anschauungen abhängig sind. Gleichzeitig sollen sie Einblicke in eine vielleicht bisher unbekannte Welt erhalten.

Gemeinsame, regelmäßige Treffen der Gruppe werden von einem Organisatoren-Team vorbereitet und bilden die Plattform, einander näher kennenzulernen. Die daraus entstehenden Freundschaften werden hingegen von den Schülerinnen und Schülern selbstständig umgesetzt. So unternehmen sie gemeinsam Ausflüge, gehen zusammen ins Kino, besuchen sich privat oder treffen sich zum Shoppen und Bummeln. Zum Auftakt des Projektes stand das Thema "Vielfalt der Sprachen" im Mittelpunkt, wo es um Land, Kultur und Alltagsleben der Beteiligten ging. Es folgten eine gemeinsame Stadterkundung, ein Koch-Event und ein Sportturnier. Im Anschluss an die Veranstaltungen finden Reflexionsrunden statt.

Internationale Vielfalt gehört in Halle noch nicht zum gelebten Alltag. Die Vision des Projektes ist, den Teilnehmern den Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern zu ermöglichen, um die Schätze in dem Unbekannten zu entdecken. Durch die entstehenden Beziehungen zwischen den Jugendpaten und wegen der Aktualität der Thematik wurde bei den Einheimischen eine Auseinandersetzung mit den Geflüchteten und ihren Problemen angeregt. Sie begannen Fragen zu stellen – auch im familiären Bereich. Auf der Basis des eigenen Erlebens entwickelten sich positive Meinungen zur Multikulturalität. Das Projekt hat eine positive Resonanz an der Schule; die Zahl der Interessenten nimmt zu.

Die Saaleschule ist eine wachsende integrierte Gesamt- und Ganztagsschule in freier Trägerschaft, die vor acht Jahren aus einer Elterninitiative heraus entstanden ist. Sie ist geprägt von der Idee der Inklusion: Kinder mit und ohne geistige und körperliche Beeinträchtigungen können ihren Schulalltag gemeinsam erleben. Es ist eine demokratische Schule, ein Ort des eigenverantwortlichen Lernens, an dem eine Kultur der Anerkennung gepflegt wird. Die Schule befindet sich im Norden von Halle, in einem Stadtteil mit hohem Altersdurchschnitt. Die Schülerschaft kommt jedoch aus verschiedenen städtischen Gebieten sowie aus den zugehörigen Landkreisen. Die Sekundarschule Kastanienallee liegt in einem sogenannten Brennpunkt der Saalestadt.

Der Verein "Gemeinschaftsschule für (H)alle" wurde 2007 mit dem vorrangigen Ziel ins Leben gerufen, unter Bündelung der Kräfte eine gemeinsame weiterführende Schule zu gründen. Diese Schule sollte insbesondere die reformpädagogische Orientierung und den in den Grundschulen erfolgreich praktizierten gemeinsamen Unterricht von sehr unterschiedlich begabten Schülerinnen und Schülern – auch jener mit geistigen und körperlichen Behinderungen – fortsetzen. Dies gelang mit tatkräftiger Unterstützung von Erziehungswissenschaftlern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der als gemeinnützig anerkannte Verein hat derzeit ungefähr 350 Mitglieder, überwiegend Eltern. Die jährlichen Mitgliedsbeiträge und vielfältigen Spenden kommen der Schule zugute.