Digitaler Geschichtspfad Köln-Mülheim

Thema: Gemeinsames Schaffen

Digitaler Geschichtspfad Köln-Mülheim
Förderverein Hölderlin Gymnasium e.V.
Hölderlin Gymnasium Köln
Nordrhein-Wesfalen

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Fotos: Förderverein Hölderlin Gymnasium e.V.

Digitaler Geschichtspfad in Köln-Mülheim leistet Beitrag zur Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte

In dem Projekt haben sich Schülerinnen und Schüler des Hölderlin-Gymnasiums und der Willy-Brandt-Gesamtschule in Köln zusammengefunden, um gemeinsam die Geschichte ihres Stadtteils zu erforschen. Auf diese Weise soll allen Projektbeteiligten und den zukünftigen Nutzern der Stadtteil-App die vielfältige Vergangenheit von Mülheim nähergebracht werden. Als Angehörige oder Bekannte von Opfern des Nagelbombenanschlages in der Keupstraße (eines der NSU-Verbrechen) sind einige Jugendliche selbst von rassistischer Gewalt betroffen. So wird eine ausführliche Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte ermöglicht.

Die Jugendlichen haben sich in einer jahrgangsübergreifenden Arbeitsgruppe – in enger Kooperation mit dem gemeinnützigen Bildungsträger La Talpa e.V. – damit beschäftigt, welche Rolle Migration und Rassismus in ihrer Wohngegend in der Vergangenheit gespielt haben. Die Inhalte wurden teilweise im Unterricht erarbeitet; Feldforschung, Treffen mit Vertretern der Initiative "Keupstraße ist überall" sowie die Arbeitsgruppentreffen fanden überwiegend außerhalb der Unterrichtszeiten statt. Als Ergebnis soll im Sommer 2016 eine Smartphone-App verfügbar ist. Höhepunkte innerhalb des Projektes waren die Teilnahme am Birlikte-Festival sowie die Fahrt zum NSU-Prozess in München.

Der Kontakt zweier Schulen mit einer Anwohner-Initiative und Bildungsvereinen im Stadtteil begründet ein regionales Netzwerk, das sich solidarisch mit den Herausforderungen der Migrationsgesellschaft auseinandersetzt. Dieses Projekt des historisch-politischen Lernens bietet den Jugendlichen die Möglichkeit nachzuvollziehen, wie Geschichte „gemacht“ wird und dass diese von der Perspektive abhängig ist. Dazu gehört auch die Bereitschaft, öffentlich Verantwortung für die eigene Version der Darstellung zu übernehmen. Auch langfristig soll das Projekt Wirkung zeigen: Es ist geplant, in jährlich stattfindenden Schulungen Stadtteil-Coaches auszubilden.

Das Hölderlin-Gymnasium Köln befindet sich im Stadtteil Mülheim und wird von etwa 715 Schülerinnen und Schülern besucht, die die Allgemeine Hochschulreife anstreben. Entsprechend ihrem Bildungsauftrag möchte die Schule die Jugendlichen studierfähig machen und möglichst individuell fördern. Das geschieht sowohl durch eine intensive Begleitung während der Erprobungsstufe als auch durch die Profilierung der Mittelstufe. Das Leitbild des Hölderlin-Gymnasiums lautet: Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage.

Der Förderverein des Hölderlin-Gymnasiums Köln-Mülheim e.V. wurde im Jahr 1964 gegründet. Der Vorstand setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen, vier Eltern und drei Vertretern der Lehrerschaft. Eine der wichtigen Aufgaben des Vereins ist die teilweise Finanzierung von Klassenfahrten für jene Kinder, deren Familien die Kosten nicht allein tragen können. Außerdem beteiligt er sich an der Organisation des Ganztagsangebotes und von Schulveranstaltungen. Alle Fachbereiche des Gymnasiums werden bei Anschaffungen und Projekten unterstützt, beispielsweise bei der technischen Ausstattung für Theateraufführungen. Der Förderverein beteiligt sich auch an der Umgestaltung des Schulhofes, wobei die Vorstellungen und Wünsche der Schülerinnen und Schüler einfließen. Des Weiteren wird Material für die Verschönerung der Schule zur Verfügung gestellt.