Primus-Preis

Preisträger im November 2013:

Sport vor Ort

Was macht man, wenn Kinder nicht zum Sport gehen? Dann geht der Sport eben zu den Kindern. Das dachten sich die Initiatoren des Projekts Sport vor Ort. Sie organisieren an allen Grundschulen in Mülheim Eppinghofen jeden Samstagvormittag und/oder an Nachmittagen unter der Woche Sportangebote. Das Angebot findet also zusätzlich zum Schulalltag statt. Kinder der zweiten und dritten Klasse aus meist sozial benachteiligten Elternhäusern haben so erstmals die Möglichkeit, regelmäßig Fußball zu spielen, Abenteuerturnen kennen zu lernen, Kampfsportarten zu testen oder zu tanzen.

Gestartet ist das Projekt 2012 mit einer Grundschule und zwei kooperierenden Vereinen. Mittlerweile kooperieren vier Grundschulen mit fünf Vereinen. Im zweiten Schulhalbjahr 2014/2015 wird das Projekt an zwei weiteren Mülheimer Grundschulen starten. Ebenfalls werden zwei Jugendzentren und eine weiterführende Schule über das Projekt Sportangebote in den Alltag integrieren, und auch zwei weitere Vereine sind an Bord.

Sport vor Ort

Die Ansprechpartner vor Ort in den Schulen, die Vereine, das Stadtteilmanagement Eppinghofen und der Mülheimer Sportbund organisieren das zusätzliche Sportangebot. Die Idee: Kinder, die sonst nicht die Möglichkeit nutzen, in einem Verein zu trainieren, sollen durch den wöchentlichen Sport in einer festen Gruppe an den Vereinssport herangeführt werden. Hier werden neben den körperlichen Aspekten auch soziale Kompetenzen gefördert. Die Kinder können ihre Teamfähigkeit entwickeln oder ihre Sprachkenntnisse verbessern. Alle, die über Sport vor Ort in der Schule trainieren, bekommen eine besondere Mitgliedschaft in dem jeweiligen Verein und können so auch weitere Vereinsangebote wahrnehmen, was die Schwelle, Vereinsmitglied zu werden, weiter senkt.

Sport vor Ort


Das Projekt ist vorbildhaft, weil es in Zusammenarbeit mit der Schule, den Vereinen und der Verwaltung vor Ort so erfolgreich ist. Schon im ersten Schulhalbjahr 2012/2013 konnten die Initiatoren 42 Kinder pro Woche für das Projekt begeistern. Mittlerweile ist die Zahl auf über 140 sporttreibende Kinder pro Woche angestiegen.

Den Kontakt zu den Kindern und ihren Eltern finden die Sozialarbeiter/innen bzw. im Projekt engagierte Lehrkräfte der Schule. Aber auch in Elterncafés oder auf Elternabenden wird Sport vor Ort beworben. Hier finden Eltern auch Unterstützung, bei der Anmeldung ihrer Kinder oder wenn sie finanzielle Hilfen für den niedrigen Mitgliedsbeitrag benötigen. Durch die Kooperation mit der Sozialagentur können die Kinder mit den Gutscheinen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bezahlen.

Mehr Info auf der Website der Stadt Mülheim an der Ruhr
Mehr Info auf der Website des Mülheimer Sportbundes

Fotos: Sport vor Ort