Preisträger im Juli 2015:

Das Mobile Offene Labor


Wie entsteht Schokolade? Woher kommt die Margarine? Welche Stoffe sind im Haushalt gefährlich und wie kann ich mich vor ihnen schützen? All das erfahren Vorschulkinder in Eutin. Einmal die Woche werden sie zu kleinen Forschern und experimentieren in ihrer Kita.

Fünfjährige üben mit Schutzbrille, Kittel und Schutzhandschuhen ausgestattet, wie sie feste und flüssige Substanzen in Reagenzgläser füllen können, eine Pipette halten müssen oder mit gefährlichen Stoffen umgehen sollten. Dabei arbeiten die Kleinen eigenverantwortlich in Zweiergruppen zusammen. Immer mit dabei – eine Erzieherin der Kita und die Initiatorin des Projektes Bärbel Wilkens. Sie will mit ihrer Idee die gute Beobachtungsgabe und die Begeisterungsfähigkeit der Kinder fördern, soziale Kompetenzen stärken und den Kindern zeigen, dass Chemie nicht nur knallt und stinkt, sondern richtig Spaß machen kann.

Das Mobile Offene Labor (Foto: Esther Dörrhöfer)

Kinder, die sonst Probleme haben, sich über längere Zeit geduldig mit einer Sache zu beschäftigen, bringen sich in den anderthalb Stunden des Chemiepraktikums eifrig ein. Ihr großer Motivationsfaktor entsteht durch zusammenhängende Versuchsserien und schnelle Versuchserfolge, die große Begeisterung auslösen. Die Kitakinder arbeiten vorbildlich zusammen, helfen sich gegenseitig und lernen durch die Beobachtung anderer Kinder.

Drei Jahre bleibt die ehrenamtlich arbeitende Bärbel Wilkens mit ihrem mobilen Chemielabor in einer Kita. Dann übergibt sie das Projekt an die inzwischen ausgebildete Erzieherin und zieht weiter, um ihr Begeisterungskonzept für Chemie in den nächsten Kindergarten zu tragen.

Das Projekt "Das Mobile Offene Labor" gibt es seit 2013. Es ist bereits in drei Kitas im schleswig-holsteinischen Eutin fest etabliert und wird auf drei weitere Kitas im Umland erweitert. Insgesamt 14 Vorschulkindergruppen experimentieren dann in ihrem Chemiepraktikum, das vom Lions Club Eutin und der Volksbank Eutin finanziell unterstützt wird.

Das Mobile Offene Labor (Foto: Esther Dörrhöfer)

Fotos: Esther Dörrhöfer