Primus-Preis

Preisträger im Oktober 2016:

LIN-Literaturfest


Seit 2002 bringt das Steglitzer Literaturfest Jugendlichen Bücher und Filme näher. Das eintägige Festival der LiteraturInitiative Berlin (LIN) ist fester Bestandteil des Kulturlebens in der Hauptstadt mit mehr als tausend Besuchern jährlich, Tendenz steigend.

Diese Form der festlichen Literaturvermittlung ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. Sie ermöglicht Kindern und Jugendlichen aus bildungsnahen und bildungsfernen Elternhäusern sich über literarische Texte auszutauschen und darüber hinaus über ihr eigenes Leben. Über den Zeitraum eines Schuljahres planen die jungen Menschen aus mehr als 30 verschiedenen Kooperationsschulen der LiteraturInitiative ihr Fest weitgehend selbst und treffen die Entscheidung, welche Literatur präsentiert werden soll. Sie laden ihre Autorinnen und Autoren und ihre Gäste ein, diskutieren in Gesprächswerkstätten, tragen eigene Texte vor und führen als Moderatorinnen oder Moderatoren durch das Programm.

Foto: LiteraturInitiative Berlin

Im Jahr 2016 fand das Steglitzer Literaturfest in der Schwartzschen Villa in Berlin statt. Das Programm stand unter dem Motto „Kann zuhause überall sein?“ und widmete sich Geschichten von Flucht, dem Leben in der Fremde und dem neuen, gemeinsamen Zusammenleben. Dazu gehörte das Schülerprojekt „100 Gesichter“: Junge Menschen entwarfen einen Fragebogen, um herauszufinden, was ihre Altersgenossen aus Willkommensklassen und Notunterkünften bewegt – und umgekehrt. Bereits im zweiten Jahr fand das Festlesen zusätzlich im Land Brandenburg statt und wird Modellcharakter für andere Bundesländer haben.

Das nächste Literaturfest findet am 18. November 2017 in der Schwartzschen Villa statt mit dem besonderen Projekt „Literaturcafé – Lyrics_Here! and There!“

Foto: LiteraturInitiative Berlin

"Das Literaturfest ermöglicht den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern nicht nur den Einblick in literarische Texte und deren Adaption in Filmen, sondern trainiert auch wichtige soziale und kommunikative Kompetenzen“, begründet Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft die Entscheidung der Jury. Für viele Kinder und Jugendliche bedeute es eine große Herausforderung, auf einer Bühne zu stehen und öffentlich das Wort zu ergreifen. Die LIN ermutige die Schüler, ihre Leseerfahrung gleichberechtigt neben die Meinung von erwachsenen Leserinnen und Lesern zu stellen und sich selbst als Experten zu begreifen.


Aktualisierte Projektbeschreibung

Stand: April 2017
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Website zum Projekt

Fotos: LiteraturInitiative Berlin