Primus-Preis

Preisträger im Februar 2017:

MINT-Fight

Ein Schulwettbewerb weckt Interesse an mathematisch-technischen Fragen.

Mathematik zu abstrakt? Informatik zu abgehoben? Naturwissenschaften zu kompliziert und Technik zu trocken? Die sogenannten MINT-Fächer sind bei vielen unbeliebt, doch hinter der manchmal spröden Fassade stecken viele spannende Themen. Das findet der Hannoveraner Professor Gunnar Friege. Er hat die Idee für den MINT-Fight.

Dieser Wettkampf ist eine spielerische Annäherung an mathematische und naturwissenschaftliche Fragen: In einer öffentlichen Abendveranstaltung treten zwei Teams aus je einer Lehrkraft und drei Schülern aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen gegeneinander an. Sie müssen Quizfragen beantworten und Denksportaufgaben meistern. Auch gibt es kleine Experimente auf der Bühne, und die Zuschauer werden zum Beispiel als Publikumsjoker und Darsteller aktiv ins Spiel eingebunden.

Foto: Philipp Kraft

"MINT-Themen sind nicht ausschließlich in der Forschung und Entwicklung bedeutsam", sagt Professor Friege. Ganz bewusst schlagen die Aufgaben oft eine Brücke zum Alltag. Friege lehrt an der Universität Hannover Didaktik der Physik, hat die MINT-Fights aber als privates Projekt initiiert. Ihm geht es keineswegs darum, Schulwissen auf alternative Weise abzuprüfen, sondern um die Darstellung der Breite der MINT-Fächer. Die Teilnehmer sind dabei vielfach gefordert: "Im MINT-Fight müssen die Teammitglieder Wissen, Schnelligkeit, Kombinationsfähigkeit, Team- und Entscheidungsfähigkeit unter Beweis stellen." Etwas Mut gehört für die Kontrahenten auch dazu, sich auf großer Bühne vor Publikum der Challenge zu stellen. Schulleitung und Lehrkräfte unterstützen den MINT-Fight zum Beispiel als Jurymitglieder. Alle Teammitglieder werden ausgezeichnet, und das Siegerteam erhält einen Pokal.

An der Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf (Schleswig-Holstein) stehen die MINT-Fights mittlerweile jedes Jahr auf dem Programm. Das ehrenamtlich getragene Projekt erreicht vor Ort ein breites Publikum. Gunnar Friege: "Die Aula in Heikendorf war stets bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt."

Mit der Tellkampfschule in Hannover hat schon ein zweites Gymnasium das Veranstaltungsformat erprobt. Zwei weitere MINT-Fights sollen im März 2017 folgen. "Ein bis jetzt kaum bekanntes, aber sehr schönes, spielerisches Format, um das Interesse an MINT zu stärken", begründet Dr. Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft, die Entscheidung der Jury.

Foto: Philipp Kraft

Fotos: Philipp Kraft