Primus-Preis

Preisträger im Januar 2017:

Kinderrat

Der Verein "Politik zum Anfassen" weckt Lust auf Demokratie.

Bürgersteige aus Gummi. Mini-Zoos in Wohngebieten. Das sind zwei von etlichen Anregungen, die Kinder für ihre Stadt haben. Aber wie kann aus solchen Ideen in einer Demokratie Realität werden?

Grundschüler erleben Politik hautnah in einem Projekt, bei dem sie eigene Vorhaben entwerfen, diskutieren und schließlich in einer fiktiven Parlamentssitzung darüber abstimmen. Dabei bleibt alles möglichst nahe am Original: Die Vorschläge werden als Anträge formuliert, die Punkte auf einer Tagesordnung festgelegt. Ein Politiker aus dem echten Stadtrat leitet die Sitzung dieses Kinderrats. Und das alles ist mehr als nur eine fiktive Annäherung an Demokratie: Nicht wenige Anträge werden im echten Stadtrat weiterverfolgt.

Foto: Politik zum Anfassen e.V.

"Pro Kinderrat können wir bis zu 60 Grundschülern aus verschiedenen Schulen einer Stadt oder Gemeinde die Möglichkeit geben, selbst Kommunalpolitiker zu sein und ihre eigenen Ideen zur Verbesserung der Stadt einzubringen", erklärt Monika Dehmel, Geschäftsführerin des Politik zum Anfassen e.V. Der Verein aus Hannover organisiert die Projekte. Dehmel: "Die Kinder bekommen ein Gefühl dafür, wie Demokratie im Alltag aussieht. Außerdem erleben sie, dass selbst sie als jüngste Mitglieder einer Kommune Gehör finden."

Nicht nur das ebenso spielerische wie realitätsnahe Heranführen an Lokalpolitik hat die Stiftung Bildung und Gesellschaft überzeugt, den mit 1.000 Euro dotierten Primus-Preis des Monats im Januar 2017 an das Kinderrat-Projekt zu vergeben. Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung: "Die Kinder lernen, andere von ihren Ideen zu begeistern und selbstbewusst in Diskussionen aufzutreten. Das sind Eigenschaften, die nicht nur in der Politik, sondern auch in der Schule gefragt sind."

Foto: Politik zum Anfassen e.V.
Foto: Politik zum Anfassen e.V.

Website zum Projekt "Kinderrat"

Fotos: Politik zum Anfassen e.V.