Primus-Preis

Preisträger im Juni 2017:

Kleine Kosmonauten

Das Projekt bringt Kinder und Kunst im sozialen Brennpunkt Hamburg-Jenfeld zusammen.

Das Programm "Kleine Kosmonauten" nimmt Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren auf Reisen mit – quer durch Hamburg und in die Welt der Kunst. Kurse machen die Schüler mit bildender Kunst und Musik, Theater oder Tanz bekannt. Die Ausflüge arbeiten die Kids gemeinsam mit professionellen Künstlern nach. Zum Abschluss der insgesamt auf drei bis vier Monate angelegten "Expeditionen" findet immer eine Präsentation mit den zuvor entstandenen Kunstwerken statt.

Kleine Kosmonauten (Foto: Hartwig Kwella)
Kleine Kosmonauten (Foto: Hartwig Kwella)

Die "kleinen Kosmonauten" erweitern dabei in wahrsten Sinne des Wortes ihren Horizont: "Was wir in unserer Arbeit besonders auffällig fanden, ist, dass viele der Kinder, die wir betreuen, Jenfeld noch nie verlassen haben", erzählt Juliette Groß vom Projektträger, dem Schulverein der Schule Oppelner Straße in Hamburg. "Während der ersten Ausflüge hat sich herausgestellt, dass mehr als zwei Drittel der Kinder aus unserer Gruppe die Alster und den Michel noch nie gesehen hatten. Wir gehen mit Kindern ins Museum, die nie zuvor ein Museum betreten haben."

Das großteils durch die Bürgerstiftung Hamburg finanzierte Projekt ist schulübergreifend und für alle Kinder im Quartier offen. 98 Prozent der Kinder haben einen Migrationshintergrund. Juliette Groß: "Wir wollen Blickwinkel verändern, damit die Kinder nicht nur ein Kunstwerk schaffen, sondern ihr Leben als Kunstwerk begreifen, dessen Schöpfer sie selbst sind."

Kleine Kosmonauten (Foto: Hartwig Kwella)
Kleine Kosmonauten (Foto: Hartwig Kwella)

"Viele der kleinen Kosmonauten führen die Ausflüge wirklich in neue Welten. Das hat unsere Jury überzeugt", erklärt Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft. "Das Projekt ist ein schönes Beispiel dafür, wie Kinder aus einem schwierigen Umfeld ihr eigenes Potenzial kennen und schätzen lernen können."

Website zum Projekt

Fotos: Hartwig Kwella