Temporäre Lerngruppe Rückenwind

Thema: Chancengleichheit

Temporäre Lerngruppe Rückenwind
Förderverein der Kurt-Löwenstein-Oberschule e.V.
Integrierte Röntgen Sekundarschule
Berlin
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Fotos: Pfefferwerk gGmbh

Lerngruppen für Jugendliche zur Reintegration in die Sekundarschule

Immer wieder fallen Kinder durch die Raster regulärer Beschulung. Die Hintergründe sind häufig durch soziale Missstände und Perspektivlosigkeit geprägt. Damit aus ihnen keine "Wanderpokale" werden, wurden an der integrierten Röntgen Sekundarschule die temporären Lerngruppen mit Schuleinbindung entwickelt. Kinder der Klassen 7 und 8 werden für eine begrenzte Zeit in einer Kleingruppe von einem multiprofessionellen Team aus Lehrenden und Sozialpädagogen gefördert und beschult. Das erklärte Ziel ist die Rückführung der Schüler in den regulären Unterricht ihrer Klasse und das Erreichen eines adäquaten Schulabschlusses.

Zielgruppe des Projektes sind Schüler, die es aus verschiedenen Gründen nicht mehr schaffen, am regulären Unterricht erfolgreich teilzunehmen, die jedoch das Potenzial für einen Abschluss an der Röntgenschule zeigen. Das Kind wird aus dem Konfliktfeld herausgenommen, so dass den Eltern und Lehrern ermöglicht wird, sich an seinen Stärken zu orientieren und es in einem geschützten Rahmen zu fördern. Die Arbeit in der temporären Lerngruppe orientiert sich an zwei wesentlichen Aspekten: der persönlichen und sozialen Entwicklung sowie der Vermittlung von Basiswissen für den erfolgreichen weiteren Schulbesuch. Frühestens nach einem Schulhalbjahr beginnt die Reintegration in die Regelklasse auf der Grundlage eines individuellen Rückkehrplanes.

Nach dem Start des Projektes im Oktober 2013 hat sich deutlich gezeigt, dass Maßnahmen wie die Etablierung solcher Lerngruppen nötig sind, um die Integration von lernschwachen Kindern in der Schule wirklich gelingen zu lassen. Auf diese Weise wird es möglich, vorbereitend auf ihre Inklusion hinzuarbeiten. Positiv ist zu vermerken, dass einige der betroffenen Kinder der Röntgen Sekundarschule bereits die Chance ergriffen haben, wieder in den Regelunterricht zurückzufinden.

Die Integrierte Röntgen Sekundarschule liegt in Berlin an der Grenze zwischen den Stadtbezirken Treptow und Neukölln. Im Jahr 2010 fusionierte die Röntgen Realschule mit der Kurt-Löwenstein-Schule, zusätzlich bietet die Hans-Fallada-Grundschule in Neukölln einen ergänzenden Standort für das duale Lernen. Das Einzugsgebiet der Schule umfasst einige soziale Brennpunkte; dort lebt ein hoher Anteil an benachteiligten Jugendlichen mit Migrationshintergrund. An der Schule selbst sind derzeit insgesamt 22 Ethnien vertreten.

Der Förderverein ist ein freier Träger der Jugendhilfe und stellt eine Brücke zwischen Schule und Kiez dar. Mit ganz besonderer Nachhaltigkeit ist er in den Bereichen Jugendsozialpädagogik, Ganztagsgestaltung, Ressourcenstärkung von Kindern und Familien sowie in der Schuldistanziertenarbeit und in der kiezorientierten präventiven Konfliktbewältigung tätig.