Niedersächsisches

Integrationsprojekt

erhält Primus-Preis


Hausaufgabenhilfe, Sprachunterricht und Theaterbesuche: Ehrenamtliche Lehrer helfen Kindern aus Migrationsfamilien, sich in der Schule und im deutschen Alltag besser zurechtzufinden. Für diese beispielhafte Integrationsleistung erhält das Projekt "Lehrer im Wohnzimmer" den Primus-Preis der Stiftung Bildung und Gesellschaft. Besonderen Wert legen die Initiatoren auf die Einbindung der gesamten Familie.

Pressemitteilung vom 19. Mai 2014


Migrationskinder haben es in der Schule häufig schwer, da sie die deutsche Sprache nicht beherrschen. Sie haben Schwierigkeiten, dem Lehrer zu folgen, verpassen wichtigen Lernstoff, werden demotiviert und unglücklich. Hier setzt das Projekt "Lehrer im Wohnzimmer" an. Der einfache, aber nachhaltige Ansatz ist beispielhaft, findet die Jury des Primus-Preises: Ehrenamtliche Laienlehrer gehen mindestens zweimal in der Woche zu ihren Patenkindern nach Hause. Hier treffen sie nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern.

Mit den Kindern lesen, schreiben und reden sie viel. Sie kontrollieren nicht nur die Hausaufgaben sondern eröffnen vielen Kindern eine neue Erlebniswelt. Sie gehen mit ihnen in die Bibliothek, in Museen, ins Theater oder in den Zoo. Für die Eltern sind die Wohnzimmerlehrer Helfer in Alltagsfragen. Sie unterstützen sie bei Schulproblemen der Kinder. Sie zeigen ihnen Fördermöglichkeiten für ihre Kinder auf sowie die Freizeitangebote der Stadt.

Von der Nina Dieckmann Stiftung, die das Projekt ins Leben gerufen hat, erhalten die Ehrenamtlichen den Erstkontakt zu den Patenkindern, die Lehrmaterialen sowie notwendige Weiterbildungen. Mit dem Projekt "Lehrer im Wohnzimmer" hat die Stiftung in fünf Jahren bereits 162 Kinder gefördert.

Ansprechpartnerin beim Projekt "Lehrer im Wohnzimmer":
Nina Dieckmann
Tel.: (0511) 52 08 12
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Der Primus-Preis wird jeden Monat an ein kleines, vorbildhaftes Projekt vergeben. Die im Juni 2013 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gegründete Stiftung Bildung und Gesellschaft will so Initiativen fördern, die ein konkretes Problem in der Kita oder in der Schule vor Ort aufgreifen und lösen wollen. Wichtig ist, dass die Projekte auf alle Regionen übertragbar sind und nicht parallel agieren, sondern an das staatliche Bildungssystem andocken. Lokale Akteure – wie Arbeitsagenturen oder Schulämter, aber auch Unternehmen sowie kulturelle Einrichtungen – sollten einbezogen sein. Aus allen ausgezeichneten Projekten wird künftig der "Primus des Jahres" gewählt.