Primus-Preis geht an bayerisches

Gebärdensprachen-Projekt


Um Gehörlosen und Hörenden eine Möglichkeit zu geben, besser miteinander kommunizieren zu können, vermittelt ein Gebärdensprachen-Dozent Kindern der bayerischen Grundschule Kaufering die Gebärdensprache. Das Projekt bekommt im Oktober 2015 den Primus-Preis der Stiftung Bildung und Gesellschaft.

Pressemitteilung vom 15. Oktober 2015


Miteinander reden und nicht nebeneinander leben, das ist die Idee des Projekts Gebärdensprache an der Grundschule Kaufering. Dafür kommt seit einem Jahr, immer montags, ein Dozent, selbst seit seiner Geburt gehörlos, in die Schule und lehrt den Schülern die Gebärdensprache.

In Kaufering leben viele Gehörlose und Hörgeschädigte. Das Aufeinandertreffen von Hörenden und Gehörlosen gehört somit zum Alltag. Viele hörende Kinder von gehörlosen Eltern gehen auf die ortsansässige Grundschule, seit zwei Jahren auch ein gehörloses Kind. Für die gelebte Inklusion, für den Brückenschlag zwischen Hörenden und Gehörlosen, bekommt das Projekt den Primus-Preis im Oktober 2015, verliehen von der Stiftung Bildung und Gesellschaft.

Die Gebärdensprache ist in der Grundschule Kaufering im Unterrichtsplan eingebunden. Über vermittelte Grundkenntnisse lernen die Kinder, sich in vielen Themen auszudrücken und verständlich zu machen. Aber das Projekt kann noch mehr. Da die Gebärdensprache eine Verbindung aus Gestik, Mimik und Körperhaltung ist, lernen die Kinder ganz nebenbei auch andere grundlegende Fähigkeiten: visuelle Wahrnehmung, Feinmotorik und körperliche Ausdrucksfähigkeit sowie Konzentration.

Das Gebärdensprach-Projekt, das vom Förderverein Grundschule Kaufering e.V. initiiert wurde, ist ein Pilotprojekt in Bayern und wird über Spenden finanziert.


Kontakt:
Förderverein Grundschule Kaufering e.V.
Projekt "Gebärdensprache an der Schule"
Henriette Beltz
Tel.: (08869) 91 38 73
E-Mail senden


Der Primus-Preis wird jeden Monat an ein kleines, vorbildhaftes Projekt vergeben. Die im Juni 2013 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gegründete Stiftung Bildung und Gesellschaft will so Initiativen fördern, die ein konkretes Problem in der Kita oder in der Schule vor Ort aufgreifen und lösen wollen. Wichtig ist, dass die Projekte auf alle Regionen übertragbar sind und nicht parallel agieren, sondern an das staatliche Bildungssystem andocken. Lokale Akteure – wie Arbeitsagenturen oder Schulämter, aber auch Unternehmen sowie kulturelle Einrichtungen – sollten einbezogen sein. Aus allen ausgezeichneten Projekten wird der Primus des Jahres gewählt.