Primus-Preis des Monats für

Dresdener Straßenschule


Jungen Menschen ohne Schulabschluss will die Treberhilfe Dresden die Chance eröffnen, doch noch einen regulären Abschluss zu erlangen. Dafür zeichnet die Stiftung Bildung und Gesellschaft das Projekt "KLuB die Straßenschule" mit dem Primus-Preis des Monats März 2016 aus.

Pressemitteilung vom 15. März 2016


Wer einmal aus dem Schulsystem herausgefallen ist, kommt so schnell nicht wieder hinein. Jugendliche, die obdachlos sind, Gewalt durchlitten oder Drogen genommen haben, brauchen aber umso dringender eine neue Bildungschance als Perspektive für ihr Leben. Hier setzt die Treberhilfe Dresden an. Seit 1995 kümmert sie sich um junge Menschen in besonderen Lebenslagen. Die Straßenschule verbindet Straßenpädagogik mit Sozialarbeit zur Förderung der der sozialen, schulischen und beruflichen Entwicklung.

Der mit 1.000 Euro dotierte Primus-Preis des Monats würdigt diesen Ansatz, der die jungen Menschen, die sich bisher als "Erfolglose" sahen und bereits viele negative Erfahrungen im Kontext Schule und Bildungssystem gemacht haben, auffängt.

Der Verein motiviert junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren, nach längerer Unterbrechung wieder zur Schule zu gehen und bereitet sie auf die Schulfremdenprüfung zur Erlangung eines Haupt- oder Realschulabschlusses vor. Der Unterricht findet bedarfsorientiert in kleinen Gruppen statt. Zusätzlich werden in der Kompetenzbildungsstätte kreative und praxisorientierte Module organisiert, Schlüsselkompetenzen verbessert und Berufsorientierung angeboten.

Das unter dem Titel "KLuB – Kompetenzen Leben und Bilden" 2014 angelaufene Projekt ist erfolgreich erprobt. Gleich im ersten Jahrgang konnten drei Teilnehmende nach nur fünf Monaten die Prüfungen für den Realschulabschluss erfolgreich ablegen. Weil das Konzept wirkt, möchte die Treberhilfe Dresden das Projekt längerfristig weiterführen. Dabei ist sie auf private Förderung angewiesen. Die Aktion Mensch und die Software AG haben bis April 2017 Mittel zugesichert. Die mit Jugendhilfe, Handwerkskammer und Arbeitsagentur vernetzte Initiative wurde Ende 2015 mit dem Dresdner kriminalpräventiven Jugendhilfepreis "Emil" ausgezeichnet.

"Das Projekt eröffnet Bildungschancen für eine Zielgruppe, die ansonsten kaum (mehr) Bildungschancen hat", lobt die Jury der Stiftung Bildung und Gesellschaft. Verhältnismäßig kleine Aktionen und großes persönliches Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen können große Wirkung entfalten und einen kompletten Lebenslauf zum Positiven wenden.

Website zum Projekt



Kontakt:
Dieter Wolfer und Peggy Schramm
Treberhilfe Dresden e.V.
Tel.: (0351) 803 65 81
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Der Primus-Preis wird jeden Monat an ein kleines, vorbildhaftes Projekt vergeben. Die Stiftung Bildung und Gesellschaft will so Initiativen fördern, die ein konkretes Problem in der Kita oder in der Schule vor Ort aufgreifen und lösen wollen. Wichtig ist, dass die Projekte auf alle Regionen übertragbar sind und nicht parallel agieren, sondern an das staatliche Bildungssystem andocken. Lokale Akteure – wie Arbeitsagenturen oder Schulämter, aber auch Unternehmen sowie kulturelle Einrichtungen – sollten einbezogen sein. Aus allen ausgezeichneten Projekten wird im Januar 2017 der Primus des Jahres gewählt.