Sprachförderprojekt für

Flüchtlingskinder erhält

Primus-Preis des Monats


Im August zeichnet die Stiftung Bildung und Gesellschaft die Initiative "Sprache schafft Freunde" aus Heidenheim (Baden-Württemberg) aus. Gymnasiasten bringen Flüchtlingskindern im Vorschulalter spielerisch die deutsche Sprache näher.
Der Primus-Preis des Monats ist mit 1.000 Euro dotiert.

Pressemitteilung vom 15. August 2017


Schüler der Klasse 8c des Schiller-Gymnasiums Heidenheim haben das Projekt aus freien Stücken gestartet, nachdem sie im Unterricht das Thema Migration behandelt hatten. Die Idee: Außerhalb der Schule treffen sie zu viert oder fünft jeden Samstagvormittag eine Gruppe von zehn Flüchtlingskindern, die zwischen fünf und sieben Jahren alt sind. Gemeinsam spielen sie, experimentieren, basteln, treiben Sport oder betätigen sich künstlerisch. Auch Ausflüge auf den Markt, in die Bücherei oder in den Wald stehen auf dem Programm. Fast nebenbei lernen die Kinder im Umgang mit den Jugendlichen Deutsch.

"Sprache ist der Schlüssel zur Integration", erklärt Gudrun Becker, Geographie-Lehrerin am Schiller-Gymnasium. Das haben auch die Schüler erkannt. Und je früher Flüchtlingskinder Deutsch lernen, desto besser sind später ihre Chancen auf Bildung und Teilhabe. "Es ist schön, dass wir helfen können", sagt Alina, die in die achte Klasse geht und beim Projekt "Sprache schafft Freunde" mitmacht. Das städtische Familienzentrum stellte einen passenden Raum und Material zur Verfügung.

"Die Flüchtlingskinder nehmen das Angebot dankbar an. Sie schätzen es sehr, dass sich gerade Jugendliche für sie interessieren, ihnen ihre Zeit, ihr Engagement und ihre Aufmerksamkeit schenken", hat Lehrerin Gudrun Becker festgestellt. "Die Kinder machen durch die lebensnahe Vermittlung der Sprache schnell Fortschritte."

Dass die Gymnasiasten das Projekt selbst auf die Beine gestellt haben und regelmäßig einen Teil ihrer Freizeit dafür investieren, hat die Jury der Stiftung Bildung und Gesellschaft beeindruckt. Zugleich ermöglicht das Projekt den Schülern, ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern und organisatorische Fähigkeiten zu erwerben. Für Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung, ist noch ein anderer Aspekt wichtig: "Die Sprachförderung im Vorschulalter legt auch das Fundament, damit die Flüchtlingskinder im deutschen Bildungssystem gut ankommen."

Das Projekt lief zunächst von Januar 2017 bis zu den Sommerferien. Nun haben sich 40 Schüler aller Klassenstufen des Gymnasiums gemeldet und wollen das Projekt dauerhaft etablieren. Ihre Idee ist es, den Freundschafts- und Integrationsgedanken weiterzuführen, indem auch deutsche Kinder mit Sprachförderbedarf mit zu diesen Treffen eingeladen werden.


Kontakt:
Gudrun Becker
Schiller-Gymnasium Heidenheim
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Der Primus-Preis wird jeden Monat an ein kleines, vorbildhaftes Projekt vergeben. Die Stiftung Bildung und Gesellschaft will damit Initiativen fördern, die ein konkretes Problem in der Kita oder in der Schule vor Ort aufgreifen und lösen wollen. Wichtig ist, dass die Projekte auf alle Regionen übertragbar sind und nicht parallel agieren, sondern an das staatliche Bildungssystem andocken. Lokale Akteure – wie Arbeitsagenturen oder Schulämter, aber auch Unternehmen sowie kulturelle Einrichtungen – sollten einbezogen sein. Zusätzlich schreibt die Stiftung Bildung und Gesellschaft den Sonder-Primus Grenzenlos aus, um zivilgesellschaftliche Initiativen zu würdigen, die sich speziell für die Bildung von geflüchteten oder zugewanderten Kindern und Jugendlichen engagieren. Aus allen von Januar bis Dezember 2017 ausgezeichneten Projekten wird der Primus des Jahres gewählt und mit 5.000 Euro Preisgeld prämiert.