Erster Primus-Preis geht an

Out of School


Das Kölner Projekt "Out of School" erhält den ersten Primus-Preis der Stiftung Bildung und Gesellschaft des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Die Idee: Zum Lernen raus aus der Schule und rein ins reale Leben. Das beispielhafte Projekt unterstützt die Stiftung mit 1.000 Euro. Der Preis wird auf der Auftaktveranstaltung der neu gegründeten Stiftung am heutigen Freitag in Berlin verliehen.

Pressemitteilung vom 18. Oktober 2013


Auf einer Baustelle Mörtel mischen, in einer Autowerkstatt den Ölstand prüfen, allein das richtige Bahnhofsgleis finden oder im Hafen einen Container vermessen – so spannend kann Lernen sein. In dem Projekt "Out of School" können Kinder zwischen acht und zehn Jahren vor allem aus bildungsfernen Elternhäusern ihre Alltagswelt neu entdecken.

Ziel des Projekts: Durch das eigene Erkunden, Erforschen und Experimentieren vor Ort soll die Aufmerksamkeit und das Interesse am Lernen gesteigert und das Selbstvertrauen der jungen SchülerInnen gestärkt werden. Das Projekt versteht sich als Ergänzung zum Angebot der Ganztagsschulen und verbindet auf besondere Weise theoretisches Lernen in der Schule mit intensiver Praxiserfahrung aus der unmittelbaren Lebenswelt.

Ein zeitweise sechsköpfiges Team organisierte das Pilotprojekt "Out of School" letztes Jahr an sechs Ganztagsschulen in Köln. Das Konzept soll künftig aber auch bundesweit umgesetzt werden.

"Genau diese kleinen, oft unbekannten Initiativen, die aus der Mitte der Gesellschaft kommen, werden vor Ort gebraucht. Sie finden ganz individuelle Antworten auf die jeweils besonderen Herausforderungen einer Region und gestalten zusammen mit den Kitas oder Schulen das Bildungssystem da weiter, wo die staatlichen Akteure an ihre Grenzen stoßen. Deshalb wollen wir diese Projekte mit dem Primus-Preis unterstützen", sagt Arend Oetker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildung und Gesellschaft. Der Preis wird auf der Auftaktveranstaltung der Stiftung am Freitag in Berlin vergeben. "Die neu gegründete Stiftung Bildung und Gesellschaft soll eine starke Gemeinschaft für alle sein, die mit klugen Ideen, maßgeschneiderten Initiativen und mit persönlichem und finanziellem Engagement unser Bildungssystem auf ihre ganz eigene Art fördern und weiterbringen wollen", so Oetker.

Der Primus-Preis wird ab sofort jeden Monat an ein kleines, nachahmenswertes Projekt vergeben. Er ist mit 1.000 Euro dotiert. Die im Juni vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gegründete Stiftung Bildung und Gesellschaft will damit Organisationen, Institutionen und Netzwerke fördern und bekannt machen, die ein konkretes Problem in der Kita oder in der Schule vor Ort aufgreifen und lösen wollen. Wichtig ist, dass die Projekte auf andere Regionen übertragbar sind und dort an den lokalen  Begebenheiten angepasst und weiterentwickelt werden. Zivilgesellschaftliches Engagement sollte an das staatliche Bildungssystem andocken und nicht parallel agieren. Auch lokale Partner – wie Arbeitsagenturen oder Schulämter aber auch Unternehmen sowie kulturelle Einrichtungen – müssen einbezogen werden. Aus allen ausgezeichneten Projekten wird künftig der "Primus des Jahres" gewählt.