Forum Bildung und Zivilgesellschaft

Eine Kultur gegenseitigen Vertrauens – Wunschvorstellung oder Erfolgsgeheimnis innovativer Bildungs- und Führungskonzepte

9. März 2015, 18.00 Uhr
Allianz Forum, Pariser Platz 6, 10117 Berlin

Forum Bildung und Zivilgesellschaft (Logo)

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Gilt dieser tradierte Leitsatz auch noch für die Gestaltung von Erziehungs- Bildungs- und Arbeitsprozessen im 21. Jahrhundert? Wer sich als Objekt ständiger Bewertungs-, Evaluations- und Kontrollmaßnahmen erlebt, steigt aus, verliert seine angeborene Lust am eigenen Entdecken und Gestalten. Was aber zeichnet gelingende Bildungsprozesse aus? Wie lässt sich intrinsische Motivation, Engagement und Kreativität in Schulen, Universitäten und Unternehmen wieder wecken?

Während in den Vereinigten Staaten Charter-Schools mit Drill und strengen Ausleseverfahren neue Eliten unter bislang benachteiligten Bevölkerungsgruppen finden und fördern wollen, stellen hierzulande Modelle von individueller Potenzialentfaltung, Design Thinking und selbstverantwortliche Lerngruppen konventionelle Bildungskonzepte in Frage. Ihnen gemein ist das Vertrauen in das einzigartige Potenzial jedes und jeder einzelnen. Ist das der Weg zum Erfolg in einer globalisierten Welt?

Volles Haus im AllianzForum

Volles Haus im AllianzForum

Begrüßung
Dr. Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft
Regine Lorenz, Leiterin des Allianz Stiftungsforums Pariser Platz


Musikalischer Auftakt
Mark Scheibe und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Impulsvortrag
Prof. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe und Hirnforscher
Hüther wird auf Grundlage seines neuen Buches "Etwas mehr Hirn, bitte" einen kurzen Impuls zur Bedeutung von Vertrauen für die Entfaltung individueller und gemeinschaftlicher Potenziale geben.

Gerald Hüther

Prof. Dr. Gerald Hüther


Podiumsdiskussion
Prof. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe und Hirnforscher
Mark Scheibe, Pianist, Komponist, Sänger und Leiter des Projektes "Melodie des Lebens"
Albert Schmitt, Geschäftsführer, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Ulrich Weber, Personalvorstand, Deutsche Bahn AG

Ein bemerkenswertes Beispiel aus der Praxis kommt von den Podiumsgästen Albert Schmitt, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, und Mark Scheibe, Leiter des Projektes "Melodie des Lebens", bei dem Schüler eine musikalische Sprache für den Umgang mit ihren teilweise sehr schwierigen Alltagsumständen entwickeln.

Dass die Mitglieder eines Weltspitzenorchesters das Vertrauen hatten, sich eine der Brennpunktschulen in Bremen auszuwählen, um dorthin die Probenräume und ein Tonstudio zu verlegen und die Schüler in die Probenprozesse einzubeziehen, hat zu erstaunlichen Entwicklungen bei den Schülern geführt und in der Bildungslandschaft im sprichwörtlichen Sinn Schule gemacht.

Welche Bedeutung der Aufbau einer Vertrauenskultur bei der Erreichung einer Vision und bei der Umsetzung einer Strategie bei einem so großen Unternehmen wie der Deutschen Bahn spielt (und wie leicht es dabei auch zu Rückschlägen kommt), wird Ulrich Weber, der Personalchef der DB, darstellen.

Podiumsrunde mit einem Video-Beispiel aus dem Projekt "Melodie des Lebens"

Podiumsrunde mit einem Video-Beispiel aus dem Projekt "Melodie des Lebens"


Verleihung des Primus-Preises des Jahres an die Nina Dieckmann Stiftung für das Projekt "Lehrer im Wohnzimmer"

Preisverleihung durch Dr. Arend Oetker, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildung und Gesellschaft, Dr. Volker Meyer-Guckel, Vorstand der Stiftung Bildung und Gesellschaft, und Heinz-Otto Mezger, Geschäftsführender Vorstand der randstad stiftung.

Preisübergabe an Nina Dieckmann (2.v.li.)

Preisübergabe an Nina Dieckmann (2.v.li.) durch Heinz-Otto Mezger (Geschäftsführender Vorstand der randstad stiftung, li.), Dr. Arend Oetker (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildung und Gesellschaft, 2.v.re.) und Dr. Volker Meyer-Guckel (stellv. Generalsekretär des Stifterverbandes, re.)

Die Stiftung Bildung und Gesellschaft hat den Primus-Preis des Jahres 2014 an eine lokal verankerte, zivilgesellschaftliche Initiative verliehen, die auf vorbildliche Weise eine konkrete Herausforderung im Bildungsalltag von Kindern und Jugendlichen vor Ort aufgreift. Die Preisträger-Initiative wurde durch ein Online-Voting bestimmt, bei dem die zwischen Oktober 2013 und Dezember 2014 ausgezeichneten Primus-Preisträger des Monats zur Wahl standen.

Fotos: Michael Fahrig