Fotos: BR/Fabian Stoffers

R3SOLUTE

Act for Impact – Förderpreis: 1. Platz 2018

Das Berliner Projekt will Geflüchtete durch Wissen- und Kompetenzvermittlung in den Bereichen Peer Mediation und Psychotraumatologie zu Mediatoren ausbilden, um damit Konflikten in Gemeinschaftsunterkünften vorzubeugen und ein friedlicheres Zusammenleben zu ermöglichen.

Häufig befinden sich neu angesiedelte Geflüchtete in einer Umgebung, die zwischenmenschliche Konflikte bedingt. Faktoren wie beengte Lebensbedingungen, kulturelle Unvertrautheit, Ängste, psychologisches Trauma und ethnische Spannungen verstärken diese Konflikte. Wenn sie in Gemeinschaftsunterkünften und Nachbarschaften nicht proaktiv angegangen werden, entstehen nicht nur unüberbrückbare zwischenmenschliche Probleme und Gewalt. Es fallen gleichzeitig auch hohe soziale, wirtschaftliche, politische und gerichtliche Kosten an.

R3SOLUTE verfolgt einen präventiven Ansatz zur Reduzierung von Konflikten durch Bewusstseins-, Kompetenzbildung und die Einrichtung alternativer Konfliktlösungssysteme durch:
(1) Storytelling-Workshops
(2) Konfliktkompetenz- und Mediations-Trainings
(3) Peer-Mediations-Zentren/Mentor-Programm

Der Hauptfokus der "Storytelling"-Workshops liegt auf gegenseitigem Kennenlernen, Vertrauensaufbau und dem Erlangen der notwendigen Sensibilität für den Austausch über schwierige Konflikt- und Fluchterfahrungen. In einer Reihe von Workshops (mit realitätsnahen Rollenspielen), die aus einem 40-stündigen Trainingsprogramm bestehen, sollen Fähigkeiten in Konfliktkompetenzen ausgebaut und die Techniken der Mediation vermittelt werden. Die Teilnehmer erhalten anschließend ein Zertifikat über ihre Teilnahme.

Das besondere an R3SOLUTE: Es werden Mitglieder aus der Peer-Gruppe als Mediatoren geschult. Sie fungieren im Streitfall als neutrale Dritte, die zwischen den Streitparteien vermitteln. Das Team "empowert" Neuankömmlinge, indem es ihnen das Werkzeug an die Hand gibt, ihre Konflikte nach 40 Stunden Mediations-Training selbst zu lösen. Außerdem: Mit dem M3NTAWARE-Programm, das sich wie ein roter Faden durch die Workshops zieht, zielt das Team auf Konfliktprävention. Weil psychologisches Trauma ein Hauptgrund für Konflikte ist, fördert und schult das M3NTAWARE-Programm das Bewusstsein für psychologisches Trauma. Im Fokus steht dabei das Bewusstsein über die Rolle von Trauma bei zwischenmenschlichen Interaktionen und Begegnungen sowie die Wissensvermittlung, wie sich Streitigkeiten gewaltfrei beilegen lassen.

Noch für das Jahr 2018 ist geplant, Peer-Mediations-Zentren und ein entsprechendes Mentor-Programm (engmaschige Betreuung der Mediatoren und Dokumentation der Fälle) in Flüchtlingsgemeinschaften und Nachbarschaften zu errichten. Durch die Bereitstellung eines Mediationsraums und Unterstützung ermöglicht R3SOLUTE es den Mitgliedern der Gemeinschaft, Konflikte durch Peer-Mediation zu lösen, bevor Streitigkeiten eskalieren. Im Rahmen des M3NTAWARE-Programms wird eine Kooperation mit Hilfsorganisationen angestrebt, die sich gezielt auf die Behandlung psychischer Probleme bei traumatisierten Geflüchteten spezialisiert haben.

Website zum Projekt R3SOLUTE

Foto: BR/Fabian Stoffers

 

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