Deutsches Lehrerforum 2019 –
Haltung zeigen! Demokratie lehren, lernen und leben

Foto: Dominik Eisele

Vom 12. bis 14. September 2019 ging es in der Evangelischen Akademie Bad Boll um die Veränderungen und Herausforderungen, mit denen sich die freiheitlich-demokratische Gesellschaft in Deutschland aktuell konfrontiert sieht – und was dies für die Schulen heißt.

Demokratie frühzeitig zu erlernen und zu erfahren ist das wirksamste Mittel, um die Zukunft einer demokratischen Gesellschaft zu sichern. Der Schule als zentraler Ort der demokratischen Wissensvermittlung und als Erfahrungsraum für demokratische Werte und Normen kommt dabei eine große Bedeutung zu.

Die Teilnehmenden des Deutschen Lehrerforums 2019 haben die Veranstaltung zum Anlass genommen, ein Positionspapier zu formulieren, in dem sie explizite Gelingensbedingungen für die Demokratiebildung an Schulen definieren. Damit möchten sie sich als Stimme von der Basis in die politische Willensbildung einbringen und mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik auf Bundes- oder Länderebene bzw. in den Kommunen in den Dialog treten.


Foto: Dominik Eisele
Foto: Dominik Eisele

Auszüge aus dem Positionspapier

⦁     Enge Vorgaben und Strukturen sollten aufgebrochen werden, um Schülerinnen und Schülern vielfältige und altersgemäße Wege zur Mitbestimmung zu ermöglichen und somit Demokratie erlebbar zu machen.

⦁    Auch die Lehrkräfte selbst sollten mehr Mitsprache erhalten. Denn nur wer im System etwas verändern kann, wird den Nutzen, sich zu engagieren, authentisch vermitteln können.

⦁    Nicht-pädagogische Aufgaben von Lehrkräften müssen reduziert werden, um Zeit und Freiräume für die Begleitung der Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Demokratiebildung muss fächerübergreifend in der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte viel tiefer verankert werden.

⦁    Unterstützungs- und Netzwerkmöglichkeiten in den Kommunen, Städten, Ländern und auf Bundesebene sollten transparenter dargestellt werden, um Lehrkräften den schnellen Zugriff auf die vielfältigen Angebote zu ermöglichen.

Foto: Dominik Eisele
Foto: Dominik Eisele

Auf der Jahresveranstaltung wurden auch Ansätze vorgestellt, wie die Demokratie für Schülerinnen und Schüler erlebbar werden kann. Ein Schulfach "Being Social", eine Debattierrunde an einer sächsischen Grundschule, eine Kommunikationsschulung und Lernen mit Achtsamkeit sind vielversprechende Beispiele für die Vermittlung von ethischen Werten und demokratischer Haltung.

Insgesamt wurden zwölf Projekte zur Förderung ausgewählt. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie einen hohen Einsatz der Lehrenden wie auch der Lernenden erfordern. Zum Teil ist die Umsetzung nur mit Unterstützung von außen möglich. Doch der Aufwand lohne sich, so die Autorinnen und Autoren des Positionspapiers: "Demokratie zu erfahren ist das wirksamste Mittel, um die Zukunft einer demokratischen Gesellschaft zu sichern."

Das Positionspapier als PDF-Download

Foto: Dominik Eisele
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