Schule als Staat

Thema: Demokratiebildung

Schule als Staat
Verein der Freunde des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums e.V.
Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium, Speyer 
Rheinland-Pfalz

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Fotos: Verein der Freunde des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums e.V.

Schüler eines Gymnasiums in Speyer "proben" den Staat

Auf Initiative eines Schülers der 11. Klasse des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums in Speyer entstand in 2014 die Idee, die Schule für drei Tage in einen eigenständigen Staat zu verwandeln. Dann regiert ein gewähltes Parlament und die Staatsbürger – also alle Lehrer und Schüler – arbeiten in staatlichen Institutionen oder selbst gegründeten privaten Betrieben. Ziel ist es, das demokratische Grundverständnis der Jugendlichen zu stärken und ihnen gleichzeitig wirtschaftliche Kompetenzen zu vermitteln. Mit diesem Projekt sollen sowohl den Schülern als auch den Lehrern die komplexen gesellschaftlichen und ökonomischen Zusammenhänge spielerisch nähergebracht werden.

Zwecks Organisation des Projektes haben engagierte Schüler eine Steuerungsgruppe ins Leben gerufen, in der sie überwiegend in ihrer Freizeit aktiv sind. Die Lehrerschaft darf nur mitwirken in diesem Planspiel. Zu Beginn werden mit der Annahme einer Verfassung die Rahmenbedingungen geschaffen. Anschließend erfolgt die Wahl des Parlaments. Während der Schulzeit finden lediglich die drei Projekttage statt, wobei der Staat am dritten Tag bis abends "geöffnet" ist, um den Eltern einen Einblick zu ermöglichen. Es existiert sogar eine eigene Währung. Zum Abschluss gibt es einen Staatsfeiertag mit einem bunten Programm.

Bei diesem Versuch, einen Staat politisch und wirtschaftlich zu simulieren, werden die Demokratiekompetenzen und das politische Interesse der Schüler gefordert und gefördert. Insbesondere in der Durchführungsphase des Projektes nehmen Partizipation und Mitbestimmung und damit auch die Konfliktfähigkeit der Jugendlichen zu. Desgleichen müssen sie ökonomische Kompetenzen zeigen. Die Schüler können so das strukturierte, ziel- und erfolgsorientierte Arbeiten im Team sowie den Umgang mit Geld erlernen. Alles in allem wird der Zusammenhalt innerhalb der Schulgemeinschaft gestärkt, da das Projekt klassenübergreifend ist.

Beitrag des Rhein-Neckar-Fernsehens

Das Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium in Speyer wird von etwa 1000 Schülern besucht, die aus der Stadt selbst oder den umliegenden Gemeinden kommen. Sie werden hier in vielen verschiedenen Bereichen gefördert: in musischer, naturwissenschaftlicher und sportlicher Hinsicht. Außerdem gibt es diverse Austauschprogramme in andere Länder, unter anderem mit der Partnerschule in Wales. Im letzten Jahr hat die Schule die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" erhalten.

Es gibt eine Schülervertretung mit allen Klassen- und Schulsprechern, die die Wünsche der Schüler kommunizieren und Aktionen planen. Als Erweiterung wurde der Trialog begründet, wo sich Eltern, Lehrer und Schüler einmal monatlich treffen. Daraus gehen Initiativen hervor, wie beispielsweise "Pimp my Schulhaus" und die Gestaltung eines eigenen Hausaufgabenheftes. Auch die Nachhilfe organisieren die Jugendlichen selbst im "Schüler helfen Schülern"-Projekt. Besonders zu erwähnen ist die Schülerfirma, die in Eigenregie einen Getränkeautomaten mit fair gehandelten Produkten an der Schule betreibt.

Der Verein der Freunde des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums e.V. wurde am 1. Dezember 1974 gegründet und hat derzeit ungefähr 360 Mitglieder. Sein Zweck ist die ideelle und materielle Förderung des Gymnasiums – insbesondere durch soziale Hilfen für Schüler, aber auch durch zusätzliche Beschaffung von Lehr- und Anschauungsmaterial und durch Zuschüsse zur Ausgestaltung der Schulräume beziehungsweise zu Veranstaltungen.

 

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