Gelebte Kinder- und Jugendpartizipation

Thema: Partizipation

Gelebte Kinder- und Jugendpartizipation
Förderverein der Freien Schule Charlottenburg e.V.
Freie Schule Charlottenburg
Berlin

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Fotos: Förderverein der Freien Schule Charlottenburg e.V.

Schüler einer Freien Schule in Berlin-Charlottenburg bestimmen den Schulalltag mit

Es ist nicht nur ein Projekt – die gesamte Freie Schule Charlottenburg mit all ihren Beteiligten lebt die Kinder- und Jugendbeteiligung täglich. Ausgangspunkt ist die wöchentliche Schulversammlung, an der alle Schüler über alle Klassenstufen hinweg teilnehmen. Ziel ist es, Eigenverantwortung und Mitbestimmung gemeinschaftlich zu erleben. Die Kinder sollen in einem geschützten Raum ihre Kompetenzen wie innere Stärke, Selbstachtung, Mitmenschlichkeit und Kreativität sowie ihre Sozial- und Sachkompetenz stärken. Die Lehrkräfte und Erziehenden verstehen sich als Lernbegleitende, die die Schüler in individuellen, oft informellen Lernprozessen unterstützen.

Es gibt einige Regeln, die von den Erwachsenen vorgegeben werden, viele Entscheidungen werden aber von den Kindern selber getroffen. Ausgehend von den Schulversammlungen stoßen sie Entwicklungen und Projekte an, setzen ihre Ideen um und verankern diese langfristig im Schulalltag. Die Räumlichkeiten sind nicht nach Klassenstufen, sondern nach Themengebieten sortiert. Neben den Fachräumen für Mathematik, Deutsch und Lesen gibt es zum Beispiel Bereiche für Experimente, den Konstruktionsraum, die Holzwerkstatt, die Kinderküche, den Schulgarten und einen Aufenthaltsraum. Die Lernbegleitenden bieten Kurse an, beaufsichtigen Räume oder betreuen Exkursionen.

Durch die (Handlungs-)Freiheit der Kinder, die Altersmischung und die Offenheit gegenüber allen Mitwirkenden strömen unterschiedlichste Einflüsse in die Schule. Die Schüler erleben aktive Mitgestaltung und Konsensbildung. Schon früh spüren sie die Kraft der Mitbestimmung, übernehmen eigenverantwortlich Aufgaben und nutzen Gestaltungsräume. Die Partizipation der Kinder im Schulalltag erfordert und fördert ihre empathische Dialogfähigkeit, die Fähigkeit zur Selbstorganisation und das gegenseitige Vertrauen. Insgesamt ermöglicht die gemeinsame Arbeit allen Beteiligten, den Schulalltag zu schätzen.

Die Freie Schule Charlottenburg besteht aus einem Grund- und Sekundärschulbereich für etwa 50 Schüler bis Klasse 9. Es handelt sich um eine staatlich anerkannte Ersatzschule in Berlin, die sich seit 2010 in freier Trägerschaft befindet. Die Schülerschaft ist sehr heterogen – bezüglich Einkommen, Familienverhältnissen, Muttersprache, Kultur- und Religionskreisen. Es wird bewusst auf hohe Schulgelder verzichtet; Spenden und ehrenamtliche Unterstützung sichern das Bestehen dieser reformpädagogischen Einrichtung.

Grundlegend für die Einbindung der Schüler ist die wöchentliche Schulversammlung. Hier bringen sie eigene Anträge ein, die maßgeblich den Schulalltag beeinflussen. Dazu gehören zum Beispiel die Einführung von Japanisch als Fremdsprache, ein Ausflug zur Kartoffelernte, die Planung und Koordination von Kursen oder die Ausgestaltung der Fachräume. Je nach Komplexität wird nach der Diskussion sofort über die Anträge abgestimmt oder sie werden an ein Gremium weitergeleitet, um finanzielle oder personelle Bedingungen zu klären.

Der Förderverein der Freien Schule Charlottenburg wurde im September 2012 gegründet und ist auf die Förderung des Wirkens und der Belange der Schule ausgerichtet. Die Mitglieder zeigen ein hohes zeitliches und finanzielles Engagement, um die Räume und Möglichkeiten zu schaffen, damit Kinder- und Jugendpartizipation in der Schule gelebt werden kann. Darüber hinaus unterstützen sie Schulveranstaltungen und kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit.

 

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