Primus-Preis

Preisträger im Oktober 2019:

Das andere SchulZimmer

Immer wieder kommt es vor, dass Jugendliche aus dem Schulsystem herausfallen, weil sie in einer schwierigen Lebenssituation stecken – wie etwa junge Mütter, Flüchtlinge, Jugendliche mit psychischen Belastungen oder einem Drogenproblem. Aber nicht wenige wollen dennoch ihr Leben selbst in die Hand nehmen und streben einen Bildungsabschluss an. Ihnen greift ein in Mannheim beheimatetes Projekt unter die Arme.

Das andere SchulZimmer bereitet zehn junge Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren darauf vor, einen Haupt- oder Realschulabschluss zu schaffen. Entscheidend ist dabei die engmaschige, individuelle Betreuung durch ein zehnköpfiges, sehr heterogenes Team aus Lehramtsstudierenden, pensionierten Lehrkräften und anderen ehrenamtlichen Helfern. Gemeinsam lernen die Jugendlichen in einer ungezwungenen Atmosphäre und in ihrem eigenen Tempo.

Der Unterricht findet von Montag bis Freitag drei Stunden lang nachmittags statt. Die Schülerinnen und Schüler haben aber vorher Gelegenheit, Hilfe und Rat zu ihrer persönlichen Situation zu erhalten – damit der Kopf frei ist fürs Lernen. Alle haben einen eigenen Lernplan. Die Fortschritte werden nach den Unterrichtseinheiten zusammen mit der Lehrkraft reflektiert und protokolliert. Die kleinen Unterrichtsgruppen ermöglichen nahezu eine 1:1-Betreuung.

Das andere SchulZimmer

Foto: Das andere SchulZimmer gemeinnützige UG

Das Projekt ist im Oktober 2018 gestartet. Die ersten Abschlussprüfungen, die als sogenannte Schulfremdenprüfung an staatlichen Mannheimer Schulen stattfinden, wurden bereits bestanden. Doch damit ist die Projektarbeit noch nicht zu Ende: Coaches unterstützen ihre Schützlinge anschließend beim Berufseinstieg. Das andere SchulZimmer finanziert sich zurzeit ausschließlich aus Spenden und großem ehrenamtlichen Engagement.

"Das Projekt macht Schulabbrechern Mut und gibt ihnen praktische Unterstützung auf dem Weg, ihr Bildungsziel doch noch zu erreichen", resümiert Birgit Ossenkopf, Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft. "Es zeigt nicht nur, dass sie es trotz schwieriger Startbedingungen schaffen können, sondern auch, wie eine Schule aussehen mag, die sich ganz individuell um Jugendliche kümmert."

 

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