Primus-Preis

Preisträger im Mai 2019:

Sprachsensible Nachhilfe

Der gemeinnützige Upgrade e.V. aus Leipzig bietet sprachsensible Nachhilfe für junge Migrantinnen und Migranten an.

Der Schulalltag in Deutschland ist für junge Menschen mit Migrationshintergrund eine doppelte Herausforderung. Nicht nur den fachlichen Stoff müssen sie aufnehmen, sondern haben oft auch noch Sprachbarrieren zu überwinden. Der Upgrade e.V. aus Leipzig organisiert deshalb in den Fächern Mathematik, Englisch, Deutsch, Chemie, Physik, Biologie und Informatik individuelle Nachhilfe. Das Besondere: Das Unterstützungsangebot ist speziell an Jugendliche ausgerichtet, die Deutsch als zweite Sprache lernen.

Nachhilfe geben überwiegend Lehramtsstudierende sowie Lehrkräfte, die selbst eine Zuwanderungsgeschichte besitzen. Der Upgrade e.V. dient als Ansprechstelle für außerschulische Lernförderung und vernetzt Fachlehrkräfte, Lehrkräfte für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an Schulen mit Vorbereitungsklassen und das Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung (ZLS) der Universität Leipzig. Seit Juni 2018 beschäftigt der Verein zwei Integrationskoordinatoren, deren Stellen das sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz fördert.

Foto: Claudia Popov-Jenninger

Workshops bereiten die Studierenden auf den sprachsensiblen Fachunterricht vor. Alle Lehrenden haben direkten Kontakt zu den Schulen, in die die Jugendlichen gehen. Meist koordiniert die DaZ-Lehrkraft die Nachhilfe, denn sie erkennt als erste den Förderbedarf. Durch sprachsensible Nachhilfe gelingt vielen Schülern ein guter Übergang von Vorbereitungs- und DaZ-Klassen in den Regelunterricht und von der Grundschule zur Oberschule. Insbesondere die gezielte Prüfungsvorbereitung hilft dabei, einen Schulabschluss zu erreichen – und sich somit die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu eröffnen.

"Die Kombination aus sprachlicher und fachlicher Förderung ist vorbildlich", meint Birgit Ossenkopf, Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft. So werde das Ziel erreicht, Bildungslücken von Jugendlichen mit Migrations- oder Fluchterfahrung passgenau zu schließen. Die Jury der Stiftung beeindruckte die starke Vernetzung verschiedener Bildungsakteure, die vor Ort zusammenarbeiten, um jungen Migranten die Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Foto: Claudia Popov-Jenninger

Fotos: Claudia Popov-Jenninger

 

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