Primus-Preis

Preisträger im Juli 2019:

Yalla! Rein in die Stadt

Beim Hamburger Projekt engagieren sich junge Geflüchtete, indem sie Videos über Angebote in ihrer Stadt drehen.

Viele junge Geflüchtete leiden unter Isolation. Sie leben unter in Flüchtlingsunterkünften und besuchen Vorbereitungsklassen mit anderen Neuangekommenen. Doch gleichzeitig gibt es eine Vielzahl von soziokulturellen Bildungsangeboten in Hamburg, die Kindern und Jugendlichen kostenfrei offen stehen – nur wissen diese oft nichts davon. Diese Informationslücke zu schließen, ist der Grundgedanke hinter dem Projekt "Yalla! Rein in die Stadt", das bei einer Ideenwerkstatt gemeinsam mit jungen Flüchtlingen entwickelt wurde.

Yalla ist ein Videokanal, der die Jugendlichen mit für sie relevanten Informationen versorgt, in einer leicht zugänglichen Form. In mehrtägigen Workshops lernen die jungen Leute die Grundlagen der Videoproduktion. Die Themen und Drehorte suchen sie sich selbst aus. Die Videos entstehen dann vor Ort – zum Beispiel im Kulturcafé, im Museum oder auf einer Fahrradtour. So entstehen zum einen wertvolle Beiträge, die im Internet für alle verfügbar sind. Zum anderen bildet sich eine Gruppe, die sich sozial engagiert und gegenseitig unterstützt.

Foto: Gerd Grossmann

Foto: Gerd Grossmann

Bislang haben rund 90 Jugendliche an zehn Video-Workshops teilgenommen. Mehr als 50 Videos über interessante Angebote und Orte sind bereits auf der Yalla-Website zu finden. Die Jugendlichen, die beim Projekt mitmachen, profitieren durch neue Freundschaften, machen spannende Erfahrungen und erhalten einen Einblick in den Medienbereich. Die Organisatorinnen und Organisatoren vom GWA St. Pauli, einem gemeinnützigen Verein für Gemeinwesen-, Sozial- und Kulturarbeit, haben schon Anfragen erhalten, wie sich das Konzept auch andernorts aufsetzen ließe.

Für die Preisjury war wichtig, dass nicht nur die Jugendlichen, die direkt am Projekt teilnehmen, profitieren. Die dabei entstandenen Videos können vielmehr übers Internet andere junge Menschen erreichen und darüber hinaus wirken. Birgit Ossenkopf, Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft: "Yalla macht Mut, sich die Stadt zu erobern."

 

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