Primus-Preis

Sonder-Primus Startklar im März 2019:

Campusunternehmer

 
Unternehmerisch denken und handeln – das sind wichtige Schlüsselkompetenzen für die Berufswelt von morgen. Aber wie kann man das eigentlich trainieren? Vom Futurepreneur e.V. organisierte "Campusunternehmer"-Projektwochen eröffnen Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 19 Jahren die Chance, ihre unternehmerischen Talente zu entdecken.

Was kann ich besonders gut? Auf diese Frage kommt zunächst oft nur Achselzucken. An den vier Projekttagen geht es darum, dass sich die Schüler erst einmal über ihre eigenen Fähigkeiten klarwerden und Kreativitätstechniken kennenlernen. Im Anschluss überlegen sie sich in der selbstgewählten Gruppe erste Geschäftsideen. Wichtig: Es bleibt nicht bei Planspielen. Ein einfacher Businessplan entsteht und wird dann eigenständig innerhalb weniger Stunden in die Tat umgesetzt. Das heißt: Einen Tag lang die eigene Ware vermarkten, ganz real am Verkaufsstand auf der Straße, mit echten Kunden. So haben die Jugendlichen zum Beispiel Weihnachtsdeko, Schlüsselanhänger, Seife oder Glückskarten selbst hergestellt und an die zahlende Kundschaft gebracht. Wichtiger als die Einnahmen in bar oder die Idee an sich sind aber die Erfahrungen, die sie dabei gewinnen: selbst Ideen zu entwickeln, unter Zeitdruck zum Ziel zu kommen, in der Gruppe an einem Strang zu ziehen, Schwierigkeiten bei der Produktion zu überwinden und potenzielle Käufer anzusprechen.

Foto: Futurepreneur e.V.
Foto: Futurepreneur e.V.

Seit dem Jahr 2012 haben mehr als 2.000 Jugendliche an 95 Projektwochen teilgenommen. "Die meisten wissen vorher nicht, wie kreativ sie sind und wie viel sie in kurzer Zeit bewirken können, wenn sie sich mit Überzeugung einsetzen", erklärt Kerstin Heuer, Gründerin und Geschäftsführerin bei Futurepreneur e.V. So hatte etwa die damals 13-jährige und noch ziemlich schüchterne Lea die Idee, nach Kundenwunsch gestaltete Lesezeichen zu basteln. Am Ende der Projekttage hatte sie nicht nur 80 Euro eingenommen, sondern machte weiter. Sie ging mit ihrem Stand eine Woche später auf den Flohmarkt und nahm weiterhin Bastelaufträge an: "Man muss sich einfach mal etwas trauen."

Eine wissenschaftliche Evaluation durch die Leuphana Universität Lüneburg ergab, dass "Campusunternehmer" insbesondere solche Jugendliche nach vorne bringt, die mit schlechteren Ausgangsbedingungen starten und über Talente verfügen, die im Schulalltag kaum zum Tragen kommen.

Foto: Futurepreneur e.V.

Beispiel für ein im Rahmen des Projekts entwickeltes Produkt: Naturkosmetik

"Wenn Jugendliche ihre eigenen Potenziale entdecken und ihre kreativen Ideen gleich in die Praxis umsetzen können, bringt ihnen das viel für den späteren Beruf", begründet Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft, die Wahl der Preisjury. "Das Projekt zeigt den Schülern ganz konkret, wie Wirtschaft funktioniert – und es stärkt Selbstbewusstsein und Unternehmergeist."

 

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