Primus-Preis

Sonder-Primus Startklar im September 2019:

Elektrotechnisches Studio

 
Elektronik, Steuerungs- und Messtechnik: Was hinter abstrakten Begriffen an spannenden Tätigkeiten steckt, vermittelt sozial benachteiligten Jugendliche ein kostenloser Kurs im Elektrotechnischen Studio der Initiative Kultur & Technik Hamburg – und zeigt ihnen dabei auch berufliche Perspektiven auf.

Vorwissen braucht man keines, sondern nur erst einmal Interesse an dem, was man praktisch mit Elektrotechnik bewerkstelligen kann. Und das bringen die Jungen und Mädchen aus Hamburg-Mitte und Bergedorf mit, wenn sie an dem Projekt teilnehmen. Viele von ihnen haben keine guten Schulnoten oder gar keinen Abschluss und stehen deshalb vor Problemen, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Das Elektrotechnische Studio bietet mehr als nur ein kurzes Hineinschnuppern in die Materie: An 40 Terminen mit je zwei Unterrichtsstunden lernen die Jugendlichen sozusagen das kleine Einmaleins der Elektronik – wie man eine Schaltung aufbaut und Schaltpläne liest, wie ein Kondensator arbeitet, was hinter Steuerungstechnik steckt. Das alles wird nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Lehrwerkstatt ganz praktisch erklärt, zum Beispiel wie eine Alarmanlage oder eine Zeitschaltuhr funktioniert. Basiswissen zu Messtechnik, Werkstoffen sowie zu Hard- und Software komplettieren den Kurs.

Foto: Initiative Kultur & Technik Hamburg

Nebenbei stehen auch soziale Kompetenzen auf dem Plan, die Zusammenarbeit im Team, Verlässlichkeit und Ordnungssinn. Vor allem aber bietet das Elektrotechnische Studio den Jugendlichen eine fundierte Berufsorientierung. "Ich verstehe den Kurs als fachliche Grundqualifizierung zur Vorbereitung auf eine mögliche Ausbildung", so der Initiator Sergiy Khavkin, der als Elektrotechnik-Ingenieur vor 25 Jahren aus der Ukraine nach Deutschland kam. Tatsächlich konnten durch das Projekt viele Jugendliche eine Lehrstelle bekommen.

In dem Kurs haben grundsätzlich alle Jugendlichen, unabhängig von Herkunft und Hintergrund, die gleiche Chance, ihre Talente zu entwickeln. Die partnerschaftliche Atmosphäre in den Lerngruppen beugt auch Fremdenfeindlichkeit sowie Gewalt vor. Das im wesentlichen spendenfinanzierte Projekt wendet sich auch gezielt an Mädchen, um bei ihnen Interesse an einem technischen Beruf zu wecken.

Der Preisjury der Stiftung Bildung und Gesellschaft gefiel, wie das Projekt Jugendliche seit mehr als 15 Jahren sehr praxisnah an die Arbeitswelt heranführt und ihr handwerkliches Talent aufkeimen lässt. Birgit Ossenkopf, Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft: "In dem Kurs gibt es keine Noten, sondern Perspektiven."

Foto: Initiative Kultur & Technik Hamburg

Fotos: Initiative Kultur & Technik Hamburg

 

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