Primus-Preis

Sonder-Primus Grenzenlos im Dezember 2017:

Jona's Vorschulprojekt für geflüchtete Kinder

 
Die Stiftung Jona will Flüchtlingskindern den Einstieg ins deutsche Bildungssystem erleichtern, durch die spielerische Vermittlung von Sprache und Kultur.

 
Zwölf Kinder aus Flüchtlingsheimen in Berlin-Spandau werden im Jahr vor ihrer Einschulung täglich betreut. In zwei Kleingruppen lernen sie spielerisch Grundlagen der deutschen Sprache. "Wir haben das Ziel, dass sie mit einem aktiven Wortschatz bis zu 550 Wörtern in eine Regelklasse eingeschult werden können", erklärt die Ärztin Angelika Bier, die gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen Bier die Stiftung Jona 2005 gegründet hat.

Das Vorschulprojekt geht aber über Sprachvermittlung weit hinaus: Betreut von ausgebildeten Kindheitspädagoginnen, sollen sich die Kleinen im Alltag zurechtfinden und mit der noch weitgehend unbekannten Umgebung vertraut werden. Das gemeinsame Essen und das Einüben von Umgangsformen gehören dazu, ebenso das Erlernen von Grundfähigkeiten wie Schuhe binden. Bewegung an der frischen Luft und Ausflüge zum Beispiel in den Zoo runden das Programm ab. In dem von der Stiftung betriebenen "Jona’s Haus" kommen die Flüchtlingskinder auch schnell in Kontakt mit Gleichaltrigen, die einen anderen kulturellen Hintergrund mitbringen. So können sie Freundschaften auch außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft schließen.

Foto: Stiftung Jona
Foto: Stiftung Jona

"Für unser Wirken sehen wir es als zentral an, das Kind und seine Familie auch über das Projekt hinaus zu fördern, und dies über einen längeren Zeitraum", ergänzt Angelika Bier. Ein "Patenmodell", bei dem die ehrenamtlichen Deutschlehrer der Stiftung eine Schlüsselfunktion einnehmen, hält die Verbindung zwischen Familie und Jona’s Haus auch nach der Einschulung. Die Eltern erhalten zweimal pro Woche Deutschunterricht, bekommen Unterstützung durch eine arabischsprachige Familienhelferin und können das sonntägliche interkulturelle Familiencafé besuchen.

"Flüchtlingskinder haben bislang nur wenig im Fokus von Förderaktivitäten gestanden", meint Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft. Die Jury würdigt die kluge Verknüpfung von Sprachförderung und spielerischem "Ankommen" für diese Zielgruppe, die spezielle Anforderungen hat. Birgit Ossenkopf: "Das Projekt bereitet die Kinder sehr gut auf den Schulstart vor – eine Initiative mit Vorbildcharakter."

Foto: Stiftung Jona
Foto: Stiftung Jona

Fotos: Stiftung Jona

Weitere Informationen:
Website zum Projekt
 

 

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