Inklusives Schulprojekt Arambohei

Thema: Chancengleichheit

Inklusives Schulprojekt ARAMBOHEI – eine ernste Sache
Förderverein Miteinander e.V.
Pestalozzi-Schule Eisenhüttenstadt
Brandenburg
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Fotos: Pestalozzi-Schule Eisenhüttenstadt

Ein Singspiel wird gelebte Inklusion

Aus einer Tradition heraus werden alle zwei bis drei Jahre Singspiele oder Theaterstücke an der Pestalozzi-Schule in Eisenhüttenstadt aufgeführt, die überwiegend von behinderten Kindern gestaltet werden. Ziel ist es, den aktiven Wissenserwerb sowie die Sozialkompetenz dieser Schüler im Alter von 6 bis 21 Jahren zu fördern und lang anhaltende Lerneffekte zu erreichen. Darüber hinaus sollen andere Schulformen und verschiedene Altersgruppen an der Aufführung beteiligt werden. Inklusion bedeutet nicht nur die Interaktion zwischen Behinderten und nicht Behinderten, sondern es geht darum, eine aktive Partnerschaft gleichberechtigt und freudbetont mit Leben zu erfüllen.

"ARAMBOHEI – eine ernste Sache" ist ein Theaterstück/Singspiel mit integrativer Kraft und nachhaltigen Lehren. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Feldhamster Pauli, der in die ARktis, zum AMazonas und nach BOrneo reist, wo er die Ursachen des Klimawandels erlebt. Nach seiner Rückkehr in die HEImat findet er jedoch die gleichen Probleme vor. Damit wird erlebnisorientiert und pädagogisch deutlich gemacht, dass die globalen Probleme sich direkt vor unserer Haustür befinden. Hervorzuheben ist, dass alle Schüler der Pestalozzi-Schule Eisenhüttenstadt – unabhängig von ihrer Behinderung – in die Vorbereitung und Umsetzung des Stückes involviert sind.

Durch das umfassende Engagement aller Mitwirkenden und durch die Integration anderer Schulformen sowie verschiedener Altersgruppen wird das Projekt ARAMBOHEI zu einem Stück gelebter Inklusion. Außerdem ist der lang anhaltende Lerneffekt bei den Schülern sicht- und spürbar. Die Kinder und Jugendlichen versuchen, sich in den gelernten Rollen darzustellen und singen oft die von ihnen erlernten Lieder. Im Bundesland Sachsen konnte das Singspiel während des Trinationalen Umwelttages noch einmal dargeboten werden. Eine weitere Aufführung wird es in Polen geben.

Die Pestalozzi-Schule in Eisenhüttenstadt ist eine Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, die sich einige Leitsprüche von Pestalozzi auf ihre Fahnen geschrieben hat: "Lernen mit Kopf, Herz und Hand" sowie "Hole mich da ab, wo ich mich befinde". Ihr Einzugsgebiet sind die Landkreise Oder-Spree und Spree-Neiße. Hier lernen Schüler mit schweren Mehrfachbehinderungen zusammen mit anderen Kindern in heterogenen Klassen. In Abhängigkeit vom Alter und von den Fähigkeiten können fünf Etappen unterschieden werden: Eingangs-, Unter-, Mittel-, Ober- und Werkstufe.

Der Förderverein Miteinander e.V. wurde im November 1992 gegründet. Sein Ziel ist es, das Verständnis für die Belange von Kindern und Jugendlichen mit geistigen Behinderungen in der Öffentlichkeit zu fördern und an deren Ausbildung und Erziehung mitzuwirken. Zu diesem Zweck arbeitet er mit verschiedenen Einrichtungen und Verbänden zusammen.